Basler Münsterhügel

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Andrea Hagendorn, Eckhard Deschler-Erb
mit einem Beitrag von Guido Lassau
Auf dem Basler Münsterhügel. Die ersten Jahrtausende
Archäologische Denkmäler in Basel 5
Christoph Merian 2007, 66 S., 30 Farb- und 10 Sw-Abb.
ISBN 978 3 85616 345 7

Basel Münsterhügel Auf dem Basler Münsterhügel

Der Münsterhügel im Zentrum von Basel ist seit rund 3000 Jahren besiedelt. Bis zu drei Meter hoch sind die in diesem Zeitraum von seinen Bewohnern zurückgelassenen Kulturschichten. Das freut Archäologinnen und Archäologen, denen es dank zahlreicher Rettungsgrabungen gelang, die Geschichte der Besiedlung zu rekonstruieren. Die Broschüre “Auf dem Basler Münsterhügel. Die ersten Jahrtausende”, Band 5 der Reihe “Archäologische Denkmäler in Basel”, folgt den Spuren der ersten Siedler, welche die Vorzüge des Siedlungsareals für sich entdeckten.

Den natürlichen Schutz seiner steil zu Rhein und Birsig abfallenden Hänge wussten bereits die Bewohner der ersten, in der Spätbronzezeit (1300-800 v. Chr.) errichteten, befestigten Siedlung zu schätzen. Dennoch verließen sie am Ende der Bronzezeit den Münsterhügel. Seine bis heute kontinuierlich fortdauernde Besiedlung setzte erst um 80 v. Chr. ein, als das Sicherheitsbedürfnis der keltischen Bevölkerung angesichts der wachsenden Bedrohung durch die Germanen zunahm. Die von einer mächtigen Wall-Graben-Anlage geschützte keltische Siedlung diente als Adelssitz und Zentralort. Nach der Eroberung Galliens geriet auch der Münsterhügel unter die Kontrolle der Römer, unter deren Befehl die keltischen Adeligen nun die Rheingrenze sicherten. Die Befestigung der Siedlung wurde eingeebnet, neue vom römischen Baustil beeinflusste Häuser entstanden. Mit der Verlegung der römischen Reichsgrenze büßte die Ansiedlung auf dem Münsterhügel ihre strategische Bedeutung ein. Viel wichtiger war nun die Anbindung an das römische Straßennetz und die damit gegebene Möglichkeit am überregionalen Handel Teil zu haben. Erst in der zweiten Hälfte des krisengeschüttelten 3. Jahrhunderts n. Chr. wurde die römische Grenze wieder an den Rhein zurückverlegt und der Münsterhügel erneut mit einer massiven Mauer befestigt. Mit dem von Kaiser Valentinian beaufsichtigtem Ausbau der Grenzbefestigung erlebte Basel eine kurze Blütezeit, bevor um 400 n. Chr. die römischen Truppen endgültig abzogen und die Zivilbevölkerung auf sich gestellt zurück blieb.

Andrea Hagendorn und Eckhard Deschler-Erb erzählen mit großer inhaltlicher und sprachlicher Klarheit vom Leben und Sterben der Bewohner des Münsterhügels und deren archäologischen Hinterlassenschaften. Dabei verlieren sie trotz faszinierender Detailbefunde niemals das große Ganze aus dem Blick. Die Geschichte der Besiedlung wird stets in Beziehung zum überregionalen Zeitgeschehen gesetzt, aus dem sich die wechselnde strategische und wirtschaftsgeographische Bedeutung des Standortes bedingte. Unterstützt durch ausgezeichnetes, abwechslungsreiches Bildmaterial entsteht so ein anschaulicher Ablauf des Siedlungsgeschehens.

“Auf dem Basler Münsterhügel. Die ersten Jahrtausende” macht Lust auf einen Spaziergang über das Areal. Dank des von Guido Lassau verfassten, von zahlreichen Plänen begleiteten chronologischen Überblicks der Siedlungsentwicklung, finden sich auch Ortsfremde leicht zurecht. Die grafisch attraktiv gestaltete Broschüre vermittelt Stadtgeschichte in jeder Hinsicht vorbildlich.

© Ch. Ranseder

Auf dem Basler Münsterhügel

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