Keine Panik vor Statistik!

Markus Oestreich, Oliver Romberg
Keine Panik vor Statistik!
Erfolg und Spaß im Horrorfach nichttechnischer Studiengänge
Vieweg+Teubner 2009, 326 S., zahlr. Abb. und Tab.
ISBN 978 3 8348 0282 8
In jedem Studiengang sieht man sich mit Prüfungsfächern konfrontiert, mit denen man - rein statistisch - zu 100% nicht gerechnet hat. “Nie mehr Mathe” singen viele nach bestandener Matura/Abitur, beginnen mit einem möglichst unmathematischen Studium und werden - rein statistisch - zu fast 100% mit irgendeiner Form von Mathematik konfrontiert. Statistik ist eines dieser mathematischen Teilgebiete, die zuweilen völlig überraschend vor StudienbeginnerInnen auftauchen und sich als große Hürde entpuppen können. Hürden soll man nicht scheuen, sondern bewältigen und es ist unnötig die Stange gleich ganz oben aufzulegen.
Wenn man zu den 11,7% der Leser - die angegebene Statistik ist leider nicht genderspezifisch - zählt, die das Vorwort liest, dann hat man zumindest keine Sorge mehr 326 Seiten gelangweilt zu werden: die Autoren sind humorige Menschen und keine stoischen Vulkanier. Einfacher können die beiden Mathematiker die Statistik zwar auch nicht machen, aber es gelingt ihnen mit vielen - oft sehr schrägen - Vergleichen zunächst Unverdauliches appetitlicher zu machen, damit man bereit ist, es auch wirklich - wirklich alles - ordentlich durchzukauen.
Die Einführung bringt es mit den ersten 42 Seiten statistischer Grundlagen auf den Punkt: Ohne Statistik läuft nichts - oder zumindest nichts mehr. Die nachfolgenden Kapitel widmen sich dann jeweils gut strukturiert der deskriptiven Statistik, der Wahrscheinlichkeit und der beurteilenden Statistik. Die drei Kapitel haben übrigens mit dem “Herrn der Ringe” mehr als nur den Umfang gemeinsam. Es werden sich trotz der exzellenten Querbezüge und guten Erklärungen die LeserInnen in drei Lager aufspalten: “Statistik!”-Fans, “Statistik!”-HasserInnen und jene irrelevanten/ignoranten NichtleserInnen, die die Prüfung beim ersten Anlauf geschafft haben.
Der große Verdienst von “Keine Panik vor Statistik” ist selbstverständlich nicht nur die geniale Schreibe. Es sind die gut strukturieren Zugänge, die auf das Wesentliche komprimierten Zusammenfassungen und natürlich die Aufgaben mit Lösungsweg. Nicht zuletzt seien auch die Tabellen erwähnt, die man leider nicht angewidert auf den Tellerrand schieben darf, sondern verdauen muss wie sie sind. Für die Hebung des Ansehens der verkannten Fußnote, die eigentlich mehr sein sollte als nur ein weiterführendes und/oder belegendes Zitat, haben die beiden Autoren ganz nebenbei auch noch beigetragen. Diese Fußnoten sind schon aus therapeutischen Gründen lesenswert, weil sie mit großer Wahrscheinlichkeit statistisch gesehen hochverkrampfte Statistik-Lernende wieder auflockern.
Das beste Einsteigerbuch für Nicht-MathematikerInnen bevor sie sich an die unvermeidlichen Hardcore-Statistikbücher heranwagen sollten. Übrigens soll es eine relevante, leider nicht reliable und rein subjektive Statistik geben, dass echte Matheprofis es bloß nicht zugeben, dass sie “Keine Panik vor Statistik!” ebenfalls gelesen haben.
© V. Strohschneider
siehe auch:
Keine Panik vor Thermodynamik!: Erfolg und Spaß im klassischen “Dickbrettbohrerfach” des Ingenieurstudiums
Keine Panik vor Mechanik!: Erfolg und Spaß im klassischen “Loser-Fach” des Ingenieurstudiums
Ohne Panik Strömungsmechanik!: Ein Lernbuch zur Prüfungsvorbereitung, zum Auffrischen und Nachschlagen mit Cartoons von Oliver Romberg
und nicht vergessen: Keine Panik vor Statistik!
Tags: Biologie, Ebensolch Rez-E-zine 52/09, Handbuch, Technik, ViStro