Gottes Segen und Rot Front

Fiction

Harry Rowohlt
Gottes Segen und Rot Front
Nicht weggeschmissene Briefe II
Kein & Aber 2009, 272 S.
ISBN 978 3 0369 5536 0

 Gottes Segen und Rot Front: Nicht weggeschmissene Briefe zweiter Teil

Sich darauf einlassen und sich dann darüber auslassen, kann keiner wie Harry Rowohlt. Der zweite Teil der wortgewandten Briefsammlung der andersartigen Art beweist dies mit jeder Zeile.

Jedes Mal frisst mich beim Lesen von Rowohlt-Texten der Neid über flockig-lockere Eloquenz, sprachliche Treffsicherheit und unverblümte Kernaussagen. Umso mehr hat es mich gefreut diese Briefsammlung zu lesen und Harry Rowohlt in schriftlicher Höchstform zu erleben. Bei ihm gibt es keinen sprachlichen oder inhaltlichen Unfall, es sei denn, er will ihn verursachen. Rowohlt schreibt wie er redet und er redet wie er ist. Das kann gut oder schlimm für die Adressaten sein und ist oft genug überraschend. Überraschend, weil die meisten gar nicht mehr wissen wie es ist Ehrlichkeit zu begegnen. Höfliches Salbadern und diplomatisches Formulieren darf man nicht von Rowohlt erwarten. Erwarten muss man hingegen geschliffene Aussagen, deutliche oder verspielte Worte oder ein stilistisch passendes Echo in dem alles von ätzender Kritik bis zum warmherzigen Glückwunsch enthalten sein kann.

“Gottes Segen und Rotfront” ist Pflichtlektüre für Rowohlt-Fans, Sprachfanatiker und Hirnbesitzer. Also kein Gelabere über ein tolles Buch, wer es jetzt noch nicht liest, dem ist sowieso nicht zu helfen.

“WARUM KÖNNEN DIESE MAKAKEN NICHT ALLES SO LASSEN, WIE ICH ES HINGESCHRIEBEN HABE?! ICH SCHREIB DAS JA NICHT ZUM SPASS SO HIN.” (Harry Rowohlt, Brief an Nikolaus Heidelbach)

© S. Strohschneider-Laue

Gottes Segen und Rot Front: Nicht weggeschmissene Briefe zweiter Teil

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