Archiv für Januar 2009

50 Jahre: Memory

Freitag, 30. Januar 2009
ab achtEbensolch Rez-E-zine 47/09

Memory wird 50!

Memory 50 Jahre Think Wortschatz Nobody is perfect

Der Wald Shine

Wenn mich mein Memory nicht trügt - und mein Think ist noch recht gut -, dann hat wohl jeder mindestens ein Ravensburger Produkt im Schrank. Und das wahrscheinlich schon eine ganze Weile. Memory wird nämlich schon unglaubliche 50 Jahre alt! Das gibt Hoffnung, dass man selbst zum eigenen runden Geburtstag auch noch so taufrisch aus dem Schächtelchen ‘rüberkommt.

Ravensburger stellte diese Woche seine Neuheiten auf Buch- und Spielsektor in Wien vor. Erfrischend, dass Pressekonferenzen auch mal spannend und unprätentiös sein können. Nun, das mag aber auch an den Produkten selbst liegen; denn Gutes, muss man nicht erst schön reden und in ein fummeliges Sprachmäntelchen tarnen. Hohes Niveau und Spaßfaktor können offensichtlich doch verlustfrei Hand in Hand gehen. Sprachliche, optische und haptische Qualität zieht sich durch die Produktpalette. Schon für die Kleinsten wird das geboten und natürlich freut es auch die Erwachsenen, die ihr Geld dafür ausgeben. Dass sich das bezahlt macht, merkt man bei Frühförderung der kleinen, Interesse der Größeren und Lesesucht der älteren Kinder. Also, wenn man mit Ravensburger im Wald steht, dann ist man definitiv mit einem gut informierten Junior unterwegs. Hört man nichts vom Teenager, hat vermutlich Shine einen Leserausch ausgelöst. Und, wenn man zu Silvester wegen der fesselnden Qualitäten von Ravensburger fast den Jahreswechsel verpasst hat, dann kann man nur sagen: Nobody is perfect.

© S. Strohschneider-Laue

Ravensburger 21959 - Zeitreise memory, 1959 - 2009
Ravensburger 27432 - Think Wortschatz
Ravensburger 27225 - Nobody is perfect
Der Wald (Wieso? Weshalb? Warum? junior)
Shine

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Tatsache Evolution

Montag, 12. Januar 2009
Non-FictionEbensolch Rez-E-zine 47/09

Ulrich Kutschera
Tatsache Evolution
Was Darwin nicht wissen konnte
dtv 2009, 339 S., 103 s/w-Abb.
ISBN 978 3 423 24707 8

Tatsache Evolution Tatsache Evolution: Was Darwin nicht wissen konnte

Charles Darwin, der Begründer der modernen Evolutionsforschung, wäre am 12. Februar 200 Jahre alt geworden. Ein ausgezeichneter Grund 2009 zum “Darwin-Jahr” zu erklären. Seit dessen bahnbrechenden Werk “Entstehung der Arten” hat sich viel in der Forschung getan. Evolution ist eine Tatsache, Intelligentes Design hat nichts damit zu tun und Deutschlands führender Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera legt minutiös die Beweise vor.

Wer das von Kutschera verfasste wissenschaftliche Lehrbuch Evolutionsbiologie und dessen überwältigende Fülle an Fakten kennt, wird sowohl als interessierter Laie als auch Biologe positiv überrascht sein; denn Darwins Werk im Spiegel von seit 150 Jahren geführter Forschungen zu betrachten, ist auch nicht unbedingt leichte Kost. Trotzdem ist es dem renommierten Wissenschaftler mit diesem Buch gelungen ein breites Publikum anzusprechen. Interessierte Laien - ein Erstkontakt mit Darwin und Evolution sollte es nicht sein - werden daher von der Lektüre ebenso profiteren, wie das Fachpublikum sich einen gediegenen Überblick verschaffen kann.

Zehn Kapitel nähern sich ausgehend von Darwin, Wallace und dem Selektionsprinzip über weniger bekannte Theorien, Erdgeschichte, Kontinentaldrift und Symbiogenesistheorie Schritt für Schritt dem aktuellen Stand der Forschung. Zuletzt stellt Kutschera noch sein Synade-Modell der Makroevolution vor, das einen neuen Aspekt der Entwicklung des Lebens aufzeigt. Bestätigung erfahren die bahnbrechenden - und für spezielle Kreise bis heute unverdaulichen - Thesen Darwins, die durch die Forschung inzwischen ausreichend belegt und in Details weiterentwickelt werden konnten. Die kritische Betrachtung würdigt den Urvater der Entwicklungslehre mehr als es eine stetig lobende Jubelschrift könnte. Das umfangreiche Literaturverzeichnis, ausgewählte Internet-Adressen und ein Glossar komplettieren den beeindruckenden Band.

Auch wenn die Erkenntnis hart zu verarbeiten ist, Adam begann als Mikrobe! Zugegeben das hat wenig Identifikationspotenzial und ist der Kreationismus-Renaissance, die mit steigender (Lebens-)Angst und zunehmender Bildungsarmut einhergeht, abträglich. Gerade deshalb gelte undogmatisch: Wer lesen kann, der lese und wer nicht verstehen will, der lasse es (frei nach Ezechiel, Kap. 3). Evolution ist Tatsache und “Tatsache Evolution” ist definitiv eine Pflichtlektüre für alle, die sich mit Charles Darwin und seinem Werk auseinandersetzen wollen.

© S. Strohschneider-Laue

Tatsache Evolution: Was Darwin nicht wissen konnte
Evolutionsbiologie 3. Auflage (Rezension der zweiten Auflage)

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Torso

Montag, 12. Januar 2009
NotizEbensolch Rez-E-zine 47/09

KopftypInnen auf den Roten Listen!

Torso © Sistlau

Man(n) braucht keinen Kopf, um vorwärts zu kommen. Vom Socken in der Hose bis zum Nippelwonderbra unter der Bluse oder die Chirurgenvarianten, egal der nackte, blanke, rudimentäre Torso ist “in”.

Und schon fragt sich der Kopftyp und -typin - auch ohne “Troja” gesehen zu haben: “Ist das alles, wirklich alles?”

Nein, denn man muss alles, wirklich alles, wirklich-wirklich alles geben, um ein echter Torso zu werden: Kopf, Arme, Beine.

Aber immerhin ist die Freizeitindustrie noch an Armen und Beinen interessiert. Irgendjemand muss ja noch die im Winter die Bretteln, im Frühjahr die Räder, im Sommer die Flossen und im Herbst die Walkingstöcke kaufen.

Nur beim Kopf sinkt die Nachfrage mehr und mehr. Im öffentlich-rechtlichen Medienbereich ist der Kopf innerhalb wie außerhalb schon ziemlich “out”. Befüllte Köpfe erweisen sich zudem für staatspolitische Interessen als zu schwer kontrollierbar. Wirtschaftlich relevant sind nur noch die rudimentären - also hohlen - Köpfe. Andererseits wurden schon immer die besten Geschäfte mit der Blödheit der Leute gemacht.

Fazit

Investieren in den Torso lohnt sich, verblöden dürfen wir gratis.

© S. Strohschneider-Laue

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