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Barrierefreie Architektur

Donnerstag, 04. März 2010

Non Fiction

Joachim Fischer, Philipp Meuser (Hg.)
Barrierefreie Architektur: Handbuch und Planungshilfe.
Alten- und behindertengerechtes Planen und Bauen im 21. Jahrhundert

DOM 2009, 330 S., ca. 300. Abb.
ISBN 978 3 9386 6646 3

 Barrierefreie Architektur: Handbuch und Planungshilfe

Die überaus spannende Publikation überrascht schon beim ersten Anblick: Strahlendes Magenta weckt die Neugierde, verlockt dazu, das Buch in die Hand zu nehmen, mehr zu erfahren. Piktogramme, deren klare grafische Umsetzung an Brailleschrift erinnert, machen bereits am attraktiv gestalteten Cover klar, dass barrierefreie Architektur mehr ist als Rampen bauen für mobiltätseingeschränkte Personen. Noch vor dem Öffnen des Buches wird so unaufdringlich, aber effizient die Sensibilität des Lesers / der Leserin gegenüber den potentiellen Zielgruppen und NutznießerInnen barrierefreier Lösungen in der Architektur geweckt. Im Kern setzt sich die klare Gliederung fort - jedem der großen Schwerpunkte der Publikation ist eine eigene Kontrastfarbe gewidmet. Noch vor dem Lesen und tatsächlichen Einstieg in die Inhalte wird so eine Orientierung ermöglicht. So werden nicht nur die Forderungen von barrierefreiem Bauen vorbildlich in eine schriftliche Publikation umgesetzt, sondern gleichzeitig gezeigt, dass Barrierefreiheit durchaus attraktiv umgesetzt werden kann.

Vertieft man sich in „Barrierefreie Architektur - Handbuch und Planungshilfe”, herausgegeben von Kommunikationsberater und Autor Joachim Fischer und Architekt Philipp Meuser, erhält man eine hervorragende Zusammenfassung für alten- und behindertengerechtes Planen und Bauen im 21. Jahrhundert.

Die Ausstattung mit Rampen, Türöffnern und Sanitäranlagen für bewegungsbeeinträchtige Menschen wird in Europa zum Teil bereits vorbildlich umgesetzt. Barrierefreiheit heißt jedoch mehr als rollstuhlgerecht. Dies umso mehr, als angesichts der Überalterung unserer Bevölkerung und dem Auftrag zur möglichst uneingeschränkten Zugänglichkeit in Zukunft auch älteren Mitbürgern eine verbesserte Lebensqualität zu ermöglichen sein wird.

Das umfassende Thema wird in vier große Schwerpunkte gegliedert.
In “Essays” werden die LeserInnen durch kurze und prägnante Artikel der vier AutorInnen Philipp Meuser, Lothar Marx, Christine Degenhart und Meinhard Erlacher in die Thematik eingeführt. In komprimierter Form werden anhand von Barrieren im Alltag Lösungsvorschläge aufgezeigt.

“Projekte” stellt über 25 “best practise” Projekte vor - die Palette reicht vom Altenwohn- und Pflegeheim über Museen bis hin zur Fußgängerbrücke, berücksichtigt aber auch Wohnungen und Wohnbereiche sowie Fertighäuser. Im anschließenden Themenschwerpunkt “Planungsgrundlagen für barrierefreie Wohnungen” wird auf unterschiedliche Beeinträchtigungen und die daraus folgenden spezifischen Planungsanforderungen eingegangen. Besonders hilfreich für alle NutzerInnen des Buches sind die praktischen Erläuterungen zu den Planungsanforderungen. Schlusspunkt der Publikation bildet der Architekten- und Bildnachweis.

Das exzellente “Handbuch und Planungshilfe - Barrierefreie Architektur” ist allen, in diesem Bereich Tätigen, uneingeschränkt zu empfehlen!

© Doris Prenn

Barrierefreie Architektur: Handbuch und Planungshilfe. Alten- und behindertengerechtes Planen und Bauen im 21. Jahrhundert

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WunderWeltWald

Montag, 20. Juli 2009

Notiz

WunderWeltWald
BöhmerWALDArena
ab 18. Juli 2009

BöhmerWaldArena © Sistlau '09

Die BöhmerWaldArena steht auf der österreichischen Seite des Dreiländerecks mit Deutschland und Tschechien. In der zwischen Tradition und Moderne positionierten Architektur wird seit 18. Juli 2009 die komplett barrierefrei eingerichtete Ausstellung “WunderWeltWald” gezeigt.

Orientierungspult Tastplan, Audiodeskription © Sistlau '09
Tatsächlich ist die Ausstellung über 400 Millionen Jahre Waldgeschichte mit Schwerpunkt Böhmerwald etwas Besonderes. Sie ist nämlich mehr als nur rollstuhlgerecht. Es wird den BesucherInnen gute Mobilität gewährleistet und zusätzlich alle Sinne angesprochen. Optische Eindrücke erwartet man als BesucherIn, aber das ist für sehbeeinträchtigte und blinde Menschen sowie Personen mit eingeschränktem oder fehlendem Hörvermögen zu wenig.

Tastschiene: Felle, Tierspuren, Bodenqualitäten © Sistlau '09 Waldelement Luft, Geruch des Waldes ©  Sistlau '09 
Die Ausstellung bietet eindeutig mehr als der Titel “WunderWeltWald” verspricht. BesucherInnen werden über den Wald informiert und gleichzeitig für die Bedürfnisse anderer BesucherInnen sensibilisiert; denn diese Ausstellung kann man mit allen Sinnen sehen, hören, riechen und tasten.

Bereichstafel Waldstockwerke Text, Audio, Video © Sistlau '09 
Wie differenziert Bedürfnisse sein können, wird deutlich, wenn man Audiodeskriptionen - gesprochene Informationen inklusive Informationen zur Orientierung im Raum - hört oder auf kleinen Monitoren Zuspielungen in Gebärdensprache sieht. Ganz abgesehen davon, dass die Audiodeskriptionen für alle BesucherInnen von Vorteil sind, die lieber zuhören als lesen möchten.

Touchwall © Sistlau '09 
Von Informationen werden BesucherInnen in Ausstellungen oft überflutet. Hier wird sie bedarfsorientiert angeboten. Bei individuell per Knopfdruck abgerufenen Informationen sind BesucherInnen empfänglicher für das “etwas mehr”. Interaktive Stationen sorgen darüber hinaus für abwechslungsreiche Erlebnisse.

Waldstimmung mit Monitoren und Interviews © Sistlau '09 Waldelemente und Klimakurve © Sistlau '09 
Der Böhmerwald, das Original, befindet sich unmittelbar vor der Tür, die abstrahierte Form in der Ausstellung. Die moderne Inszenierung lädt zum Mitdenken ein. Sie bietet zugleich einen zeitgemäßen Kontrast zur traditionsreichen Waldwirtschaft. Auftakt macht ein Säulenwald mit Monitoren. hier werden sowohl Waldbewohner (Fuchs, Kauz, etc.) gezeigt als auch Waldnutzer (Förster, Pilzsucher etc.) mit Interviews vorgestellt. Das Keimen des Samen bis Heranwachsen eines jungen Baumes ist in neun Vitrinen verfolgbar. Gleich daneben zeigt ein 3D-Kino wie ein Baum fällt/fehlt. Vitrinen zu den Waldelementen zeigen die Bedeutung von Licht, Luft, Wasser und Boden im Wald.

Fauna und Flora des Waldes © Sistlau '09 Begehbarer Baumstamm © Sistlau '09
Zwei großzügige Raumelemente zeigen auf ihren Außenseiten die Klimakurve und die Bedeutung der Forstwirtschaft. Im Inneren umschließen sie die Themenbereiche Fauna und Flora. Bäume sind Wunderwerke der Natur. Wurzel, Stamm und Blatt eines Baumes haben differenzierte Funktionen. Drei begehbare Elemente verdeutlichen diese Aufgaben.

Waldbibliothek © Sistlau '09 Eichhörnchen © Sistlau '09
Besucher dürfen die Exponate zum Teil auch anfassen. Die empfindliche “Waldbibliothek” - ein in Buchform angelegtes Baumherbarium - ist durch eine Vitrine geschützt, aber Eichhörnchen, Fuchs und Hirsch laden zum Streicheln ein. Ein eigens entwickelter Fällsimulator erlaubt es BesucherInnen gefahrlos mit einer Motorsäge zu hantieren und sich im Holzschneiden zu üben.

Waldformen © Sistlau '09 Der Wald ist mehr als die Summe der Bäume © Sistlau '09 
Egal ob Plantagen, Urwälder oder naturnahe Waldwirtschaft, der Wald ist definitiv mehr als nur die Summe seiner Bäume. Ein tolles Ausstellungserlebnis für ALLE Menschen (Universelles Design von prenn_punkt), dem nur noch gute Begleitpublikationen fehlen.

© S. Strohschneider-Laue

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Ameisen Ameisen Ameisen

Sonntag, 22. März 2009

Notiz

Ameisen
Unbekannte Faszination vor der Haustüre
22. März ‘09 bis 7. Februar ‘10
Landesmuseum Niederösterreich

Ameisen ©  S. Strohschneider-Laue

Das Frühjahr kommt und die große Krabbelei beginnt erneut in freier Natur, im Haus und sogar im Landesmuseum Niederösterreich. Die heimischen Ameisen krabbeln tatsächlich für ein Jahr unter geschützten Bedingungen durch die Sonderausstellung “Ameisen - Unbekannte Faszination vor der Haustüre”. Das ansonsten - schon aus konservatorischen Gründen - ameisenfreie Landesmuseum zeigt die flinken (nicht immer) Fußgänger unter den Insekten von ihrer spannendsten und - so unglaublich es klingen mag - von ihren attraktivsten Seiten.

Ameisen ©  S. Strohschneider-Laue Nichts hätte mich dazu gebracht das Landesmuseum zu betreten, solange die achtbeinigen Monster vor zwei Jahren das Haus regierten. Spinnen sind mit meiner Psyche absolut inkompatibel. Mit Ameisen will ich zwar nicht die Dusche teilen - was seit einem Jahr leider nicht zu verhindern ist -, aber interessant finde ich Ameisen trotz oder auch aufgrund ihrer Hartnäckigkeit auf jeden Fall. Und in dieser Ausstellung bin ich vollkommen auf meine Kosten gekommen und das werden alle BesucherInnen. Egal, ob sie nun Ameisen mögen oder nicht und völlig gleichgültig welchen Alters sie sind.

Ameisen: Zahlen und andere Fakten ©  S. Strohschneider-Laue Ameisen: Krabbelei aktiv und im Großformat ©  S. Strohschneider-Laue Damit man die richtige Perspektive gewinnt, wird man beim Betreten der Ausstellung ”geschrumpft”. Ameisenfakten und Zahlen sowie das erste Formicarium schaffen dafür die Basis. Großformatige Filmsequenzen aus dem Ameisenleben ermöglichen anschließend eine Begegnung in gleichwertiger Augenhöhe zwischen BesucherInnen und Ameisen.

Ameisen: Die Wiese ©  S. Strohschneider-Laue Ameisen: Knackpunkt Charles Darwin? ©  S. Strohschneider-Laue Riesige Grashalme und saftiges Grün säumen den weiteren Weg zum in heimeliges Rot getauchten Bau am Ende der Wiese. Und der Weg dortin ist gespickt mit Information. Man erfährt z. B. viel über 130 Millionen Jahre Entwicklungsgeschichte, das Geheimnis des Kastensystems, den Vorteil in der Kolonie zu leben, warum die Lebensweisen der Ameisen Charles Darwin nervös machten und warum Ameisen nicht beißen, sondern auch stechen. 

Ameisen: Waldameisen Formicarium ©  S. Strohschneider-Laue Ameisen: Waldameisen Formicarium Laufröhre ©  S. Strohschneider-Laue Ameisen: Waldameisen Formicarium ©  S. Strohschneider-Laue Ameisen leben nicht alle in riesigen Ameisenhaufen, manche Völker finden auch in einer Eichel ausreichend Platz. Und die Ausstellung zeigt sie (fast) alle, die großen und die kleinen Unterkünfte, ihre riesigen oder winzigen Baumeister oder Untermieter. Beeindruckend daher der große Waldameisenhaufen, der sich über mehrere durch Laufröhren verbundene Quadratmeter erstreckt. Nicht weit davon entfernt, in einer eigenen grasgrünen Sockelvitrine untergebracht, eine unscheinbare aber bewohnte Eichel.

Ameisen: ortstafel ©  S. Strohschneider-Laue Ameisen: Porträtgalerie ©  S. Strohschneider-Laue Sind die BesucherInnen im warmen Rot getauchten Bau angelangt, können die kleinsten unter ihnen gerne auch Abkürzungen durch das Wegsystem nehmen. Die Entdeckerlust ist aber für Erwachsene auch ohne Schlupflöcher in Bodennähe genauso groß. Formicarien für verschiedene Ameisenvölker mit unterschiedlichen Bedürfnissen zeigen die Vielfalt und die Ansprüche dieser Insekten.

Ameisen: Nektarien ©  S. Strohschneider-Laue Ameisen: ortstafel ©  S. Strohschneider-Laue Ameisen: Kreislauf Leberegel ©  S. Strohschneider-Laue Die Bedeutung von Ameisen für die Umwelt wurde schon recht früh erkannt und die meisten haben auch schon davon gehört. Dennoch überrascht es sicher viele BesucherInnen wie wichtig heimische Ameisen für die Verbreitung der Frühjahrsblüher sind und welche Pflanzen eine “süße” Wechselbeziehung mit Ameisen pflegen. Das es aber auch einen parasitischen Kreislauf gibt, an dem Ameisen (unfreiwillig) beteiligt sind, ist sicher den wenigsten geläufig.

 Ameisen: Skrupelose Herrscher ©  S. Strohschneider-Laue Ameisen: Formicarium ©  S. Strohschneider-Laue  Ab und an menschelt es auch bei den Ameisen. Sie sind territorial und achten darauf, dass ihnen alles Unerwünschte fernbleibt. Friedlich geht es im Bau nicht zu. Skrupellose Herrscher, Intrigen, Meuchelmord, Untermieter (gebetene und ungebetene), Hochzeitsflug, Sklaverei, Bettelei, Raub und vieles mehr halten die wohl organisierten Staaten ständig auf Trab.

Ameisen: Volkskultur ©  S. Strohschneider-Laue Ameisen: Ortstafel ©  S. Strohschneider-Laue Ameisen: Sparverein ©  S. Strohschneider-Laue Die Bedeutung der Ameise ist vielfältiger als man glaubt: Sparverein und Dorf sind nach ihr benannt, Ameisen zieren T-Shirt und Gesellenbrief. Sogar wirtschaftliche Bedeutung hatten Ameisen. Ameisler sammelten bis zu Beginn der 1970er Jahre die Puppen und verkauften sie als Vogel- und Fischfutter.

Ameisen ©  S. Strohschneider-Laue Dass dieser gewaltige Informations-Tsunami, den der Ausstellungskurator Christian Dietrich über Ameisen zusammengestellt hat, nicht so gewaltig wirkt wie er wirklich ist, ist der flockig-lockeren Umsetzung zu verdanken. Es gibt eine wahre Textflut, etliche Ameisenvölker mit unzähligen Individuen, viel Bild- und Filmmaterial und zahlreiche Objekte. Die abwechslungsreiche Gestaltung von Doris Prenn (prenn_punkt) führt stimmig durch die Themenbereiche der Ausstellung. Grüne Wiese, roter Bau, schwarz-weiße Menschenwelt machen die Ausstellung emotional über Farben und lebendige Arrangements fassbar. Spätestens, wenn man nach dem “Ameisen-Watching” auf die Uhr schaut oder man zu Hause im Katalog liest, bemerkt man erstaunt, wie viel kurzweilige Zeit man mit ameisenfleißiger Wissensvermehrung verbracht hat.

Non-Fiction

Die sogenannte Begleitbroschüre “Ameisen - Unbekannte Faszination vor der Haustüre” von Christian Dietrich und Erich Steiner ist zudem ein echter Pflichtkauf. Um den Sensationspreis von 3,50 € kann man das stattliche 80 Seiten umfassende Werk, das nur produktionstechnisch eine Broschüre ansonsten aber ein gewichtiger Katalog ist, erwerben. In sechs Kapiteln und acht Exkursen liegt damit die komplette Ameisenausstellung und zugleich Grundlagenwissen zu Ameisen vor. Wer da nicht zugreift, dem ist nicht zu helfen. 

Zur Ausstellung ist ebenfalls erschienen:
Johann Ambach, Christian Dietrich (Hgg.)
Geschätzt, verflucht, allgegenwärtig - Ameisen in Biologie und Volkskultur
Denisia 25 (Katalog OÖLM N.S. 85), 188 S.
ISBN 978 3 85474 203 6 

© S. Strohschneider-Laue

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Universal Design

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Non Fiction

Oliver Herwig
Universal Design - Lösungen für einen barrierefreien Alltag 

Birkhäuser 2008, 175 S., zahlr. Abb.
ISBN 978 3 7643 8717 4

Universal Design Universal Design: Lösungen für einen barrierefreien Alltag

Universal Design hat sich in den letzten Jahren aus dem Konzept des barrierefreien Designs entwickelt. Noch wird Universal Design vor allem bei Wohnprodukten eingesetzt, die für jeden gleichermaßen und in jeder Lebensphase nutzbar sein sollen. Das Wohnumfeld wird so gestaltet, dass es für ältere, aber auch für jüngere Menschen optimal ist. Es geht um schönes Design, das allen nützt und keiner bemerkt. Ziel von Universal Design ist die Zugänglichkeit für möglichst viele Menschen zu ermöglichen und ein breites Spektrum an Lösungen zu bieten, das allen hilft, nicht nur Menschen mit Beeinträchtigung. Gerade in einer Zeit, in der es in den Industrieländern immer mehr ältere Menschen gibt, nimmt Universal Design einen immer wichtiger werdenden Raum ein. Statt Spezialprodukten für eine begrenzte Zielgruppe müssen ästhetisch ansprechende Designlösungen für alle Menschen entwickelt werden.

Universal Design – Lösungen für einen barrierefreien Alltag von Oliver Herwig, einem deutschen Journalisten und Autor, gibt erstmals eine Zusammenfassung dieses verhältnismäßig neuen Designbereichs.
Der Autor stellt seinem Buch 5 Thesen voraus, in denen er aufzeigt, wie sich die älter werdende Gesellschaft auf die Gestaltung von Produkten auswirkt. Diese Thesen werden in zwei großen Bereichen – „Universal Design heißt gestalten für alle“ und „Universal Design in der Praxis“ – begründet und mit Beispielen universellen Designs belegt.

Der Autor setzt den Anspruch von Universal Design auch in seinem Buch fort und gliedert die einzelnen Kapitel klar und übersichtlich. Zum Einstieg lässt sich der 41jährige Autor für einige Stunden mit Hilfe eines Altersimulationsanzuges in die Welt alter Menschen versetzen – um dann das Verständnis für die Notwendigkeit universellen Designs den LeserInnen anschaulich zu vermitteln. Die Kapitel werden in die einzelnen Sinne unterteilt – Auge, Ohr, Hand und Fuß sowie in die Frage „Wie wohnen?“ Jedes Kapitel schließt mit einem Interview ab – so kommen berühmte Designer und Architekten wie Gerrit Terstiege, Mathias Knigge, Ursula Wangler und Frank Abele, Konstantin Grcic, Peter Naumann und Carlo Baumschlager zu Wort.

Eine prägnante Zusammenfassung und ein Ausblick unter dem noch visionären Titel „ Die Zukunft wird einfach und komfortabel“ schließt das Buch ab.

Sehr praktisch auch der Anhang, der die sieben Prinzipien universellen Gestaltens (©1997 NC State University, The Center für Universal Design) ebenso vorstellt wie übliche Abkürzungen und eine kurze weiterführende Literaturliste bietet.

Der Autor richtet sein Buch ausdrücklich an Designer und Architekten, Entscheidungsträger und Firmen, die sich mit der Zielgruppe älterer Menschen nachhaltig beschäftigen wollen. Doch nicht nur für diese von ihm definierte Zielgruppe ist das Buch von Interesse. Universal Design betrifft uns alle und versteht sich im Sinn einer nachhaltigen Gesellschaftspolitik geradezu als eine Kernforderung für die Zukunft.

© Doris Prenn

Universal Design: Lösungen für einen barrierefreien Alltag

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