Film: Mobiles Caritas Hospiz
Mittwoch, 01. April 2009
Die fallenden Blätter geben dem Wind die Gestalt - Film
20 Jahre Mobiles Caritas Hospiz
Ein Film von Herbert Link 2008, Dt., Engl., Gehörlosen Fassung, ca. 40′, Booklet 20 S.
Die Hospizbewegung existiert seit über vierzig Jahren. Vor zwanzig Jahren hat man die Idee des “Leben bis zuletzt” außerhalb von Heil- und Pflegeanstalten auch in Österreich aufgegriffen. Der unheilbare, sterbende Mensch und seine Angehörigen bilden den Mittelpunkt. Ihnen zur Seite steht ein interdisziplinäres Team von Angestellten und Freiwilligen, das sich durch gute Kenntnisse der Symptomkontrolle und kontinuierliche Verfügbarkeit auszeichnet.
Zwanzig Jahre Mobiles Caritas Hospiz sind der Anlass für den Film “Die fallenden Blätter geben dem Wind die Gestalt”. Der Hauptfilm gliedert sich in zwei Kapitel, die sich der “Zeit des Aufbruchs” und der Frage nach dem “Wie es geworden ist” annehmen. Wer einen Betroffenheitsfilm erwartet, irrt. Es geht um eine Bestandaufnahme, um Tatsachen. Es geht nicht um abstrakte Möglichkeiten, sondern konkrete Situationen und Menschen, die sie gemeinsam tragen. Krankheit, Leid und langsames Sterben betreffen Viele und vielleicht gehört man selbst eines Tages dazu. In Zeiten aufbrechender sozialer Netze, sind es nicht “nur” die verwaisten Alten. Und der soziale Tod tritt für die meisten früher ein als der physische, weil man unbequem für die Spaßgesellschaft und uninteressant für die Erwerbswelt wird.
Mit viel Gespür - also auch so mit ausreichend Zeit und Respekt - für persönliche Belange werden die Statements von Betreuenden, Angehörigen und Patienten von Herbert Link eingeholt. Eingeblendete Fotos, unterstreichen durch ihre Schwarzweiß-Optik die Distanz zwischen Leben und Tod. Rasche Wechsel zwischen den Stellungnahmen aus unterschiedlichen Perspektiven geben dem Film über das würdevolle Sterben jene lebendige Note, die dem Hospiz-Motto “Ja zum Leben ist kein Nein zum Lebensende” entspricht. Die Goldberg-Variationen von Bach, die von Gerda Zens interpretiert wurden, begleiten den Film. Sie gaben Manfred Dvorak, der seine Frau bis zu ihrem Tod zuhause betreute, Kraft. Ein Zitat aus seinem Tagebuch wurde zum Filmtitel. Das mit dem Mund gemalte Bild eines Baumes Walter Sikula ziert die DVD.
Zu Wort kommen in diesem Pflichtfilm Hildegard Teuschl (Hospiz-Expertin, Krebspatientin, 1937-2009), Walter (ALS-Patient) und Elfriede Sikula, Petra (Krebspatientin, 1970-2005) und Manfred Dworak, Franz Zdrahal (Ärztl. Leiter Caritas Wien), Rudi Babits (Caritas-Hospizarzt), Kurt Alker (Caritas-Hospizarzt), Klaus Schweiggl (Hospiz-Seelsorger), Agnes Glaser-Hekman (Caritas-Hospizschwester), Franz Eder (ehrenamtlicher Hospizbegleiter), Claudia Chizzali-Bonfadin (Ärztin, Mobiles Caritas Hospiz), Tilli Egger (Strahlen- und Psychotherapeutin, Hospiz-Förderin) , Christian Metz (Theologe, Ausbildungsleiter Kardinal-König-Haus).
Der fünfminütige Zusatzfilm ist SR Mag.a Hildegard Teuschl CS (1937-2009) gewidmet. Ihr Name ist untrennbar mit der Hospizbewegung in Österreich verbunden. Die Vorkämpferin wurde 2007 selbst zur unheilbaren Patientin. Ihre Insider-Kenntnis als Hospizinitiatorin ist in Kombination mit ihrem Erfahrungsbericht als betroffene Patientin ein unermessliches Erbe an Offenheit und Ehrlichkeit an Jene, die die Hospizbewegung in Österreich ohne sie weitertragen. Ihre Hoffnung und Stärke, aber auch ihre Angst und Sorge werden durch die Totentanz-Grafiken von Herwig Zens, die das Interview optisch gliedern, zur Passion.
Besser hätte man 20 Jahre Mobiles Caritas Hospiz nicht zeigen können.
© S. Strohschneider-Laue
Siehe dazu auch:
Ein “…ganz langsamer Walzer”, Film (30′) über das Wirken der Hospiz-Pionierin Sr. Hildegard Teuschl CS. Der Film ist absofort bei avp Link erhältlich.
Würdig leben bis zum letzten Augenblick: Idee und Praxis der Hospiz-Bewegung
Hospizpraxis: Ein Leitfaden für Menschen, die Sterbenden helfen wollen
Leitfaden Palliativmedizin - Palliative Care
Palliative Care: Handbuch für Pflege und Begleitung
Erfülltes Leben - würdiges Sterben
Sterbende begleiten lernen. Mit CD-ROM: Das Celler Modell zur Vorbereitung Ehrenamtlicher in der Sterbebegleitung
Sterbebegleitung: Hilfen zur Pflege Sterbender
Sterben, Tod und Trauer: Handbuch für Begleitende



Nichts hätte mich dazu gebracht das Landesmuseum zu betreten, solange die achtbeinigen Monster vor zwei Jahren das Haus regierten. Spinnen sind mit meiner Psyche absolut inkompatibel. Mit Ameisen will ich zwar nicht die Dusche teilen - was seit einem Jahr leider nicht zu verhindern ist -, aber interessant finde ich Ameisen trotz oder auch aufgrund ihrer Hartnäckigkeit auf jeden Fall. Und in dieser Ausstellung bin ich vollkommen auf meine Kosten gekommen und das werden alle BesucherInnen. Egal, ob sie nun Ameisen mögen oder nicht und völlig gleichgültig welchen Alters sie sind.
Damit man die richtige Perspektive gewinnt, wird man beim Betreten der Ausstellung ”geschrumpft”. Ameisenfakten und Zahlen sowie das erste
Riesige Grashalme und saftiges Grün säumen den weiteren Weg zum in heimeliges Rot getauchten Bau am Ende der Wiese. Und der Weg dortin ist gespickt mit Information. Man erfährt z. B. viel über 130 Millionen Jahre Entwicklungsgeschichte, das Geheimnis des Kastensystems, den Vorteil in der Kolonie zu leben, warum die Lebensweisen der Ameisen Charles Darwin nervös machten und warum Ameisen nicht beißen, sondern auch stechen.
Ameisen leben nicht alle in riesigen Ameisenhaufen, manche Völker finden auch in einer Eichel ausreichend Platz. Und die Ausstellung zeigt sie (fast) alle, die großen und die kleinen Unterkünfte, ihre riesigen oder winzigen Baumeister oder Untermieter. Beeindruckend daher der große Waldameisenhaufen, der sich über mehrere durch Laufröhren verbundene Quadratmeter erstreckt. Nicht weit davon entfernt, in einer eigenen grasgrünen Sockelvitrine untergebracht, eine unscheinbare aber bewohnte Eichel.
Sind die BesucherInnen im warmen Rot getauchten Bau angelangt, können die kleinsten unter ihnen gerne auch Abkürzungen durch das Wegsystem nehmen. Die Entdeckerlust ist aber für Erwachsene auch ohne Schlupflöcher in Bodennähe genauso groß. Formicarien für verschiedene Ameisenvölker mit unterschiedlichen Bedürfnissen zeigen die Vielfalt und die Ansprüche dieser Insekten.
Die Bedeutung von Ameisen für die Umwelt wurde schon recht früh erkannt und die meisten haben auch schon davon gehört. Dennoch überrascht es sicher viele BesucherInnen wie wichtig heimische Ameisen für die Verbreitung der Frühjahrsblüher sind und welche Pflanzen eine “süße” Wechselbeziehung mit Ameisen pflegen. Das es aber auch einen parasitischen Kreislauf gibt, an dem Ameisen (unfreiwillig) beteiligt sind, ist sicher den wenigsten geläufig.
Ab und an menschelt es auch bei den Ameisen. Sie sind territorial und achten darauf, dass ihnen alles Unerwünschte fernbleibt. Friedlich geht es im Bau nicht zu. Skrupellose Herrscher, Intrigen, Meuchelmord, Untermieter (gebetene und ungebetene), Hochzeitsflug, Sklaverei, Bettelei, Raub und vieles mehr halten die wohl organisierten Staaten ständig auf Trab.
Die Bedeutung der Ameise ist vielfältiger als man glaubt: Sparverein und Dorf sind nach ihr benannt, Ameisen zieren T-Shirt und Gesellenbrief. Sogar wirtschaftliche Bedeutung hatten Ameisen. Ameisler sammelten bis zu Beginn der 1970er Jahre die Puppen und verkauften sie als Vogel- und Fischfutter.
Dass dieser gewaltige Informations-Tsunami, den der Ausstellungskurator Christian Dietrich über Ameisen zusammengestellt hat, nicht so gewaltig wirkt wie er wirklich ist, ist der flockig-lockeren Umsetzung zu verdanken. Es gibt eine wahre Textflut, etliche Ameisenvölker mit unzähligen Individuen, viel Bild- und Filmmaterial und zahlreiche Objekte. Die abwechslungsreiche Gestaltung von Doris Prenn (







