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Dänemark hören

Donnerstag, 27. September 2012
eb_000_011.gifEbensolch Rez-E-zine 72/12

Hans Klüche
Dänemark hören

Silberfuchs Verlag 2012, 1 CD, Laufzeit 80′, 16 S. farbig illustriertes Booklet
ISBN 978 3 9406 6531 7

Dänemark hören Dänemark hören

Moorleichen, Wikinger, Erbsenprinzessinnen und Dogma 95

Über 20 Länder hat der Silberfuchs Verlag mit seinen Hörreisen bereits erfasst - zuletzt Finnland hören. Die erfolgreiche und mehrfach ausgezeichnete Länderreihe entführt mit dieser Scheibe nach Dänemark.

Inhaltlich hat sich Hans Klüche mit dem spannenden Land auseinandergesetzt. Er pickt die wichtigsten archäologischen Funde heraus und präsentiert sie erzählerisch im besten Licht. Genussvoll fabuliert er sich durch Königsdramen, politische und religiöse Machtkämpfe. Zugleich peppt er den Erzählfluss mit knackigen Exkursen auf. Sicher die flockig-lockerste Scheibe aus der Länderreihe und dennoch ebenso kulturell gehaltvoll.

Tragische Helden, glückliche Forscher und schräge Künstler

Nach der letzten Eiszeit wurde Dänemark nach und nach besiedelt. Kelten, Römer und Germanen hinterließen ihre kulturellen Spuren. Schließlich rückt die Heimat Hamlets in das Licht der Geschichte und zwischen den Runensteinen der Wikinger blühte das Christentum auf. Königinnen und Könige, Kriege werden gewonnen und verloren aber Kunst und Kultur bleiben bis heute unvergänglich: Saxo Grammaticus, Tycho Brahe, Ludwig Holberg, Johannes Ewald, Hans Christian Andersen, Peter Høeg und viele andere beweisen, dass Dänemark mehr als nur Smørebrød und das Opernhaus von Sydney zu bieten hat.

Hör-, Klang- und Erzählerlebnis

Peter Kaempfe spricht launig und äußerst abwechslungsreich. Er erzählt mit genau jenem Unterton, der nötig ist, um den Wikingern die Hörnerhelme abzusetzen und das Blutbad rund um Hamlet mit einem Lächeln in den Mundwinkel zu genießen. Die geniale Stimme für diese augenzwinkernde Kulturgeschichte Dänemarks. Unterlegt mit perfekt gewählten Musikzitaten dänischer Musiker erscheint die informative und kurzweilige Hörreise mit 80 Minuten fast zu kurz.

Roswitha Rösch greift prähistorische Kunst als leitende Elemente vor ockerfarbenem Grund auf. Bildauswahl und übersichtliches Layout ermöglichen auf 16 Seiten eine attraktive und übersichtliche Zusammenfassung.

Fazit

Sicher die Unterhaltsamste der durchwegs ausgezeichneten “klingenden Reisen” des Silberfuchs Verlags. Egal, man muss sie sowieso alle haben und Dänemark darf nicht fehlen!

© S. Strohschneider-Laue

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Finnland hören

Montag, 03. September 2012
eb_000_011.gifEbensolch Rez-E-zine 71/12

Barbara Barberon-Zimmermann
Finnland hören

Silberfuchs Verlag 2012, 1 CD, Laufzeit 79′ 57”, 15 S. farbig illustriertes Booklet
ISBN 978 3 9406 6533 1

Finnland hören Finnland hören

Land der tausend Seen, dunkler Winter und heller Sommer

Für die anspruchsvolle Länderreihe ist der Silberfuchs Verlag sowohl mit dem ITB BuchAward als auch dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet worden. Viele Länder sind schon mit einer CD gewürdigt worden, jetzt auch Finnland. Verpflichtet wurde für das Land der Seen und Wälder Barbara Barberon-Zimmermann, Sie legt mit Finnland hören bereits ihre dritte Hörreise nach Frankreich hören und Polen hören vor. Es gelingt ihr, die verschiedenen kulturellen und sprachlichen Aspekte der “Finnen” zu berücksichtigen und die gemeinsame Geschichte aufzuzeigen.

Bedeutungsvolle Gesänge - sprachbewusste Menschen

Mystisch ist die Entstehungsgeschichte Finnlands. Eine überlange göttliche Schwangerschaft, Enteneier und Gesang kamen dabei bedeutende Rollen zu. Über zahlreiche Literaturzitate, stimmungsvoll von Musik unterlegt, wird ebenso eindringlich wie unterhaltsam das Werden von Land, Leuten und politischer Geschichte aufgezeigt. Und immer wieder gelingt es Finnen, einen eigenen und ebenso erfolgreichen Weg zu  Kunst und Kultur einzuschlagen: vom Mumin über Kaurismäki bis zum Metal. Finnland ist mehr als Jean Sibelius, Wer Kaurismäki nennt, kommt an seinen Leningrad Cowboys nicht vorbei. Schade, dass grade die weltweite musikalische Bedeutung finnischer Metal-Musiker (Apocalyptica, Nigthwish oder Children of Bodom, um nur einige der erfolgreichsten Bands, sowie den skurrilen Sieg von Lordi beim Eurovision Song Contest zu nennen) aus Kostengründen nicht durch Musikzitate belegt werden konnte.

Ohrenschmaus und Augenweide

Josef Tratnik erzeugt mit seiner wandlungsfähigen Sprechstimme genau jene stimmungsvolle Note, die die Ohrenreise zum reinen Vergnügen werden lässt. Cover und Booklet der klingenden Finnlandtour durch die Kulturgeschichte wurde wieder von Roswitha Rösch designt. Mit Wasserblau und Nebelgrau verleiht sie dem Inhalt eine dezente farbliche Struktur.

Fazit

Hörreisen aus dem Silberfuchs Verlag: Man muss sie einfach alle haben und Finnland darf nicht fehlen!

© S. Strohschneider-Laue

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Sinti und Roma hören

Donnerstag, 26. Juli 2012
eb_000_011.gifEbensolch Rez-E-zine 71/12

Anja Tuckermann
Sinti und Roma hören

Silberfuchs Verlag 2011, 1 CD, Laufzeit 80′, 20 S. farbig illustriertes Booklet
ISBN 978 3 9406 6525 6

Sinti und Roma hören Sinti und Roma hören

Menschen ohne Land - Volk ohne Staat

Am Anfang (um 1018) stehen Eroberung der hinduistischen Pilgerstadt Kanauj in Indien und Versklavung von 150.000 Menschen. Sklaven, die zunächst den Tross, bestehend aus Handwerkern, Händlern und Künstlern, des muslimischen Heeres begleiteten. Was danach folgte, ist nur lückenhaft zu rekonstruieren. Mündliche Überlieferungen einerseits und die Sprachforschung andererseits versuchen durch die Einflüsse, die auf dem weit verzweigen Weg von Nordindien über Kleinasien bis nach Westeuropa aufgenommen wurden, nachzuvollziehen.

Wertvollster Besitz: Kultur und Sprache

Es sind verschiedene militärische Ereignisse, die die Roma, Sinti und Kalé ab dem 13. Jh. nach Europa brachten. Sie bleiben Vertriebene, Heimatlose, Sklaven und Rechtlose bis in die Mitte des 19. Jh. Ihre Verfolgung bis zur Vernichtung (Zwangssterilisation und Ermordung) erreichte unter den Nationalsozialisten einen letzten tragischen Höhepunkt. Die Diskriminierung und der Kampf um Menschenrechte dauern aber bis in die Gegenwart an.

Die anwachsende kulturelle und sprachliche Schmelze, die oft einziger Besitz und einzige Heimat war, macht die langen, verschlungenen Wege der “Zigeuner” nachvollziehbar. Das kulturelle Gepäck konnten weder Sprachverbote noch Kindesentzug völlig zerstören. Die einzigartige und doch universelle Sprache der Musik brachte man nicht zum Verstummen. Die Musikzitate im Hörbuch spiegeln die prägnante Vielfalt. Die Klänge und Texte sind Belege von Erinnerungskultur, Erzählkunst und Visionen stets getriebener Menschen, die sich nicht gesellschaftlich, politisch und selbstverständlich nicht sprachlich oder kulturell vereinheitlichen lassen.

Ohrenschmaus und Augenweide

Die Stimmen von Rolf Becker und Anne Moll sorgen für einen stimmlich sowohl ausgewogenen wie abwechslungsreichen Vortrag. Die Aufmerksamkeit bleibt vom ersten bis zum letzten Klang gefesselt.

Ein Verdienst, das nicht nur den beiden exzellenten Sprechstimmen zu verdanken ist, sondern auch der Autorin Anja Tuckermann. Ihr gelingt es, aus der komplizierten und weitgehend verborgenen Genese von Roma und Sinti die prägendsten Momente zu filtern. Dabei verbirgt sie nicht, dass es keine lineare Entwicklung und viel Trennendes unter den Gemeinsamkeiten der Roma, Sinti und Kalé gibt - Faktoren, die maßgeblich zu den Verfolgungen beigetragen haben.

Roswitha Rösch gestaltete grafisch wieder passend Cover und Booklet der klingenden Reise durch die Kulturgeschichte der Roma und Sinti. Basis dazu bildet die offizielle Fahne der Roma und Sinti, die ihrerseits Bezug auf ihre gemeinsamen indischen Wurzeln nimmt.

Fazit

Die Hörreisen aus dem Silberfuchs Verlag sind immer gut recherchiert, spannend aufbereitet und haben den Wiederhörenfaktor. Mit Sinti und Roma ist dem Team allerdings ein besonderer Wurf gelungen, da der kulturelle und musikalische Überblick tatsächlich einzigartig ist und wertfrei neugierig auf mehr Information macht. An der Schnittstelle von Information und Unterhaltung angesiedelt, wird mit “Sinti und Roma hören” eine Basis für Toleranz und Akzeptanz geboten.

© S. Strohschneider-Laue

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