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Herz der Nacht

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Fiction

Ukrike Schweikert
Das Herz der Nacht
Lyx 2009, 478 S.
ISBN 978 3 8025 8223 3

Das Herz der Nacht

Mystery trifft auf History: Ulrike Schweikert reiht sich mit Herz der Nacht in die Reihe der prominenten Vampirschriftstellerinnen Anne Rice und Barbara Hambly. Sie alle hauchen Untoten jene realistisch anmutende Unsterblichkeit ein, die die LeserInnen wirklich fasziniert.

“Das Herz der Nacht” spielt in der Ära nach Napoleon in Wien und Hamburg. Die historischen Städte - vor allem der Hauptschauplatz Wien - mit den typischen Plätzen dienen Schweikert als Kulissen für ihre realistisch gezeichneten Figuren. Der Realitätseindruck wird zusätzlich durch die berühmten Namen der  Protagonistinnen verstärkt. Alle könnten jenen Familien entstammen, die ihre politischen und wirtschaftlichen Wurzeln in der k.u.k. Monarchie hatten und die mehr oder minder zwielichtigen Drahtzieher jener Epoche waren. Der Adel amüsierte sich zu dieser Zeit zwischen teuerem Spiel, opulenten Bällen und geistreicher Salonkultur, während das soziale Elend in den Vorstädten auf dem Vormarsch war. Den anziehenden Mittelpunkt in diesem schillerenden Reigen bildet der Vampir András Petru Báthory, der nicht umsonst den Namen der ebenso historisch verbürgten wie berüchtigten Blutgräfin trägt. Alles scheint perfekt, bis sich seltsame Todesfälle - weit in hocharistokratische Kreise hinein - ereignen, die eine Verbindung mit Báthory vermuten lassen. Vor diesem Hintergrund entspinnt sich ein perfektes Intrigenszenario in dem sich alles um Macht und Liebe dreht und auch reale historische Persönlichkeiten die Story bereichern dürfen. 

Romantischer Horror und spannender Krimi bilden in diesem Roman eine harmonische und vor allem gut recherchierte Einheit. Die bildhafte Sprache von Schweikert sowie die abwechslungsreich gestalteten Szenenfolge machen es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Der Handlungsverlauf ist schlüssig und mit einigen überraschenden Wendungen garniert, so dass die Spannung, die durch den alten Bekannten Peter von Borgo ( Feuer der Rache, Der Duft des Blutes) angeheizt wird, konstant aufrecht bleibt.

AnhängerInnen des romantischen Vampirgenres werden beim Lesen ebenso auf ihre Kosten kommen wie Krimifans.

© S. Strohschneider-Laue

Das Herz der Nacht

siehe auch:
Feuer der Rache
Der Duft des Blutes

Die Erben der Nacht - Nosferas  -  Rezension
Die Erben der Nacht - Pyras
Lycana: Die Erben der Nacht

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Nosferas

Montag, 30. Juni 2008

Fiction

Ulrike Schweikert
Die Erben der Nacht -Nosferas
cbt 2008, 448 S.
ISBN 978 3 5703 0478 5

Nosferas Die Erben der Nacht - Nosferas

Der Roman „Die Erben der Nacht - Nosferas” von Ulrike Schweikert folgt den neuerlichen Trend für Vampirliteratur auf seine ganz eigene Weise. Die Hauptakteure sind Vampirkinder, die für ihre Fortbildung für den Weiterbestand ihrer aussterbenden Spezies bei jedem der Clans je ein Jahr in die Schule gehen sollen. Denn die Vampire haben ein essentielles Problem: Überleben! Daher begibt sich Ende des 19. Jahrhunderts der vampirische Nachwuchs Europas zum Überlebenstraining nach Rom. Die fantasy- und krimierprobte Autorin schuf mit dieser Story - den Auftakt einer Reihe - ein Buch, das Jugendliche ab 12 Jahren, aber ganz sicher auch älteres Publikum begeistern wird.

Im Jahr 1877 gelangen die Anführer der Vampirklans der Dracas aus Wien, Vamalia aus Hamburg, Lycana aus Irland, Nosferas aus Rom, Pyras aus Paris und Vyrad aus London zusammen mit einer weisen Druidin zum Entschluss ihre letzten Kinder zu jedem Clan in die Schule zu schicken. So sollen sie jene geheimen Fähigkeiten von allen Clans lernen, die überlebenswichtig für die Zukunft aller Vampire sein werden. Es steht um die Vampire wegen zahlreicher Fehden zwischen und innerhalb der Clans, eifriger Vampirjäger und ausbleibenden Nachwuchs nämlich schlecht. Das erste Unterrichtsjahr wird bei den Nosferas in Rom abgehalten, wie es das Los entschied. Dort angekommen, müssen die Erben der Clans zunächst ihre Vorurteile gegenüber den anderen überwinden. Manche schließen rasch Freundschaft miteinander, wie der Nosferas Luciano, die Vamalia Alisa und die Lycana Ivy-Maire. Die Nachkommen der Dracas jedoch zeichnen sich besonders durch ihre Arroganz und Gemeinheit aus. Sie erachten es als unter ihrer Würde sich mit den anderen abzugeben, während die Vyrad reserviert und höflich und die Pyras sich selbstgenug und schmuddelig sind. Doch in der vermeintlich sicheren Umwelt verschwinden immer wieder Mitglieder des Nosferas Clans und zu weilen wird so mancher hochgestellter menschlicher Würdenträger mit gefälschten Vampirbisswunden aus dem Tiber gefischt. Mit diesen Ereignissen dürfte wohl der geheimnisvolle Vampirjägerbund der Roten Masken zu tun haben, wie die Jungvampire entdecken.

Bei dieser flüssigen Erzählweise erweist es sich als besonders reizvoll, dass zwischen den Sichtweisen häufig gewechselt wird, wobei sich darunter nicht nur jene einiger ausgewählten Jungvampire befinden. Meistens wird jedoch aus der Sicht von der abenteuerlustigen und wissbegierigen Alisa die Geschichte vorangetrieben. Gastauftritte berühmter Persönlichkeiten wie Oscar Wilde, Bram Stoker und Papst Pius IX. verfeinern die Kulisse des zu dieser Zeit politisch unruhigen Roms. Der spannende Plot und des gut dargestellten historischen Hintergrund machen auch die neue Serie von Ulrike Schweikert gleichermaßen zu einem Leckerbissen für Horrorfans und AnhängerInnen des Historienromans. Das außergewöhnliche Vampirdrama um Verrat und Liebe lässt die “Untoten” jedenfalls wieder ein bisschen unsterblicher werden und bietet den “Lebenden” ein grandios-umfangreiches Lesevergnügen zum kleinen Preis.

© V. Strohschneider

Die Erben der Nacht - Nosferas

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Sookie Stackhouse

Freitag, 11. April 2008

Fiction

Charlaine Harris
Der Vampir, der mich liebte
dtv 2007, 337 S.
ISBN 978 3 423 20982 3
Der Vampir, der mich liebte

Der Vamir, der mich liebte

Ball der Vampire
dtv 2007, 381 S.
ISBN 978 3 423 20987 8
Ball der Vampire

Ball der Vampire

Diese Bücherreihe besticht aus ihrem genialen Genre-Mix aus Romantik und Erotik, Mystery, Fantasy, Humor und Action. Die liebens- und hassenswerten Nebencharaktere ziehen den Leser in den Südstaaten Flair durch ihre - übernatürlichen - Eigenheiten hinein. Darunter sind die misstrauischen Bellefleur-Geschwister, Bubba der zurückgebliebene Vampir, der eigentlich Elvis ist, Sam der Barbesitzer, ein harmloser Wercollie, und die örtliche Polzei und ansässigen Kirchendiener verschiedener Konfessionen. Dazu kommen eine Schar von Ex-Freunden und Verehren die von Buch zu Buch mehr zu werden scheinen. Es wird bis zum Ende spannend bleiben, für wen sich Sookie, die Gedankenleserin entscheiden wird. Ein leichtes Lesevergnügen, das schon allein aufgrund Sookies typischer Kommentare zu den Gedanken ihrer Mitmenschen hämische Freude bereitet. In Amerika sind die “Sookie Stackhouse Vampire Mysteries” von Charlaine Harris schon mit der Erscheinung des ersten Bandes 2001 in den Bestsellerlisten gelandet. Auch hierzulande gibt es eine stetig anwachsende Fangemeinde. Inzwischen ist sogar schon der achte Band der Erfolgsreihe in Arbeit.Für diejenigen, die mit der gedankenlesenden Barmaid Sookie Stackhouse noch nicht bekannt sind, nachfolgend eine kurze Einführung. Die Heldin der Buchreihe lebt in einen verschlafenen Nest namens Bon Temps in Louisiana. Zwei Jahre zuvor hatten sich die Vampire zu einem “Coming-out” entschieden, da in Japan synthetisiertes Blut erfunden wurde. Nichts Außergewöhnliches passiert in Sookies Leben (ausgenommen, dass sie seit frühester Jugend Gedankenlesen kann), bis sie den Vampir Bill kennen lernt und in die Welt der Vampire und des Übernatürlichen in allgemeinen hineingezogen wird.

Der Vampir, der mich liebte
“Der Vampir, der mich liebte” ist der vierte Band der Reihe und nimmt seinen Anfang als ihr inzwischen Ex-Freund Bill sich von ihr verabschiedet, da er im Auftrag der Vampirkönigin von Louisiana nach Peru geht. Als sie wieder einmal spät von der Arbeit nach Hause fährt, sammelt sie den auf der Straße umherirrenden Eric, der Chef aller Vampire in der Umgebung, auf. Sookie kennt den nicht gerade angenehmen Vampir aus geschäftlichen Treffen mit Bill, doch ist sie nicht gefasst darauf, dass dieser sich anscheinend an überhaupt nichts erinnern kann. Zu Hause angekommen ruft sie Pam, Erics rechte Hand, und informiert sie über den Zustand ihres Bosses. Noch in der gleichen Nacht taucht Pam mit Chow, einer seiner weiteren vampirischen Untergebenen, auf und unterbreitet ihr ein Angebot. Anscheinend wurde er von einer rachsüchtigen Hexe verflucht und sollte bis alles wieder in Ordnung ist, untertauchen. Pam bietet ihr 50.000 Dollar, was dem Kopfgeld auf Eric entspricht, für die “Aufbewahrung” an. Das Geld wird dringend von Sookie und ihrem Bruder Jason benötigt. So willigt sie ein, mit dem Hintergedanken, dass sie wahrscheinlich wieder in Schwierigkeiten kommen könnte. Bei ihr enden Schwierigkeiten nämlich immer im Krankenhaus. Natürlich hatte sie damit vollkommen Recht, doch nur mit Erics Verhalten hatte sie nicht gerechnet. Der ehemals schroffe gefährliche Draufgänger ist nun ein charmanter leicht hilfloser Vampir mit altmodischen Vorstellungen. Dabei hilft es nicht unbedingt, dass er über 1,90m groß, blond und gut aussehend ist. Bald lässt sie sich auf eine Affäre mit ihm ein, obwohl sie weiß, dass er nun mal nicht der “echte” Eric ist. Auch lässt die Vampirblut trinkende Hexe, die sich überdies noch in einen Werwolf verwandeln kann, samt nur etwas weniger gefährlichen Bruder und Anhängerschaft nicht lang auf sich warten. Um Alles Heil zu überstehen werden sie die Hilfe von Vampiren und den Shreveport Werwölfen, die nicht gerade scharf darauf sind mit Blutsaugern zusammenzuarbeiten, brauchen…

Ball der Vampire
Der 6. Band, “Ball der Vampire”, lässt sich noch viel turbulenter an. Sookie muss sich nicht nur mit den Pelts herumärgern, einer Gestaltwandlerfamilie dessen Adoptivtochter sie in Notwehr tötete, sondern auch noch feststellen, dass ihr umtriebiger Bruder seine Werpanther-Freundin heiraten will. Zudem wird sie auf ihrem ersten Date mit dem Wertiger Quinn von Werwölfen angefallen. Nachdem das nicht genug ist, muss sie eine Kindesentführung lösen und in dem Wäldchen vor ihrem Haus liegt eine in zwei Hälften geschnittene Halbdämonin. Diese hätte ihr einen Brief von der Vampirkönigin von Louisiana überbringen sollen, die ihre Anwesenheit bei einer Konferenz verlangt. Da ihr nicht viel übrig bleibt als hinzufahren, nimmt sie den Anlass gleich zur Auflösung des Nachlasses ihrer kürzlich verstorbenen Cousine Hadley war. Seit zwei Jahren hatten sei nicht mehr miteinander nach einem Streit gesprochen, trotzdem hinterließ Hadley ihr seinen gesamten Besitz. Doch in Hadleys Leben hat sich seitdem einiges geändert zumal sie eine Vampirin und die Geliebte der Vampirkönigin bis diese den Vampirkönig von Arkansas geheiratet hatte, war. Von da an wird es so richtig gefährlich und sie deckt mit der Hilfe von einem zum großen Teil aus Amateuren bestehenden Hexenzirkel, Quinn und der Elfe Claudine, die ihr Schutzengel ist, ein Komplott und so manche unangenehme Tatsache auf… Ein turbulentes Lesevergnügen von der ersten bis zur letzten Seite - so richtig zum Leersaugen…

V. I. Strohschneider

Der Vampir, der mich liebte & Ball der Vampire

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