My Rotten Life
Sonntag, 03. März 2013
Ebensolch Rez-E-zine 74/13
David Lubar
My Rotten Life
Edition Kindle (Starscape 2010), Engl., 116 S. (print).
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My Rotten Life (Nathan Abercrombie, Accidental Zombie)
Der ewige Zweite …
… zu sein, macht zumindest nicht einsam, ist für Schüler auch nicht lustig. Aber immerhin ist Nathan Abercrombie nicht das letzte Glied in der Nahrungskette. Trotzdem gibt es immer jemanden, der es schafft, dass er sich zumindest so fühlt: Die angebetete Mitschülerin, der Schulschläger und der ganze Rest für den man völlig unsichtbar ist, wenn man wie Nathan nur der Zweitdünnste ist. Mit anderen Worten: Wer kennt schon den Namen des Vizepräsidenten? Das ist aber alles egal, wenn man zumindest einen guten Schulfreund, der übrigens der Zweitfetteste ist, hat. Dass sich zu ihnen noch ein ziemlich schräges Mädchen mit äußerst seltsamer Verwandtschaft gesellt, ist das Beste, was den beiden passieren konnte.
Die absonderliche Geschichte von David Lubar nimmt ihren Lauf im ganz normalen Schulwahnsinn. Es ist Partytime und nicht alle sind eingeladen. Für verschmähte Jungs ein guter Grund mit “Zaubertränken” herumzupfuschen. Blöd und typisch, dass dabei etwas total schief läuft: Nathan wird langsam aber sicher zum Zombie. Der verzweifelte Versuch, alles wieder auf die Reihe zu bekommen, mündet in einem absurden Wettlauf mit der Zeit, den Tücken der Gesellschaft, der Objekte und überhaupt. Einen schlechten Tag zu haben, bekommt im Laufe der Geschichte jedenfalls eine ganz neue “faulige” Dimension. Und am Ende kommt obendrein doch noch alles ganz anders.
Nathan ist der sympathischste Zombie auf Erden. Verständlich, dass es inzwischen drei Bände sowie eine große Fangemeinde gibt.
Warum Originale besser als ihre Übersetzungen sind
Irgendwo hapert fast in jeder Übersetzung. Manches lässt sich nicht direkt übersetzen und muss - meist geht dabei nur der Witz und nicht gleich der ganze Sinn verloren - umschrieben werde. Anderes ist einfach nur Schlamperei, in der Eile eines oft viel zu schlecht bezahlten Übersetzerjobs. Schlimm allerdings, wenn aus dem “late husband” der “späte Ehemann” oder aus “snake with a diamond pattern ” “diamantbesetzte Schlange” wird. Übersetzungen sind nur das halbe Vergnügen.
Fakt ist, dass fast jedes Kind mindestens eine Fremdsprache lernen muss. Meist ist es Englisch. Je früher damit begonnen wird, desto leichter fällt es. In Zeiten der mehrsprachigen DVDs ist es einfach, den Originalton einzuschalten, wenn Kinder einen Film sehen wollen. Man muss sich ja auch als Erwachsener nicht sofort mit “korrektem Radebrechen” plagen, sondern kann auch sich selbst vergnüglich mit Filmen und Lektüre “entrosten”.
Ja, sogar ich lese auch immer wieder englischsprachige Kinderbücher. Allerdings vor allem aus persönlichen Vergnügen, denn aus Entrostungsgründen. Ich möchte mich einfach gerne unbeschwert amüsieren. “My Rotten Life - Nathan Abercrombie” war ein purer Zufall, der mir spannende und humorige Unterhaltung der absurden Art beschert hat. Hätte ich als Schülerin derartig witzige englische Pflichtlektüre bekommen, hätte ich mir NICHT stattdessen (heimlich) die deutsche Ausgabe gekauft. Aber, wer es seinem Kind das Original doch nicht zutraut, kann auf die deutschen Ausgaben der Bände zurückgreifen, die bei Bastei Lübbe erschienen sind.
Fazit
Fesselnde “Horror”-Unterhaltung mit großem Humorfaktor. Das hohe Identifikationspotenzial auf ganz realistischer Ebene rückt die Weltordnung der frühpubertäre Normalität angenehm zurecht. Der Heldenfaktor ist wunderbar abgedriftet schräg-lustig, dass man Helden im Allgemeinen und Besonderen genau als die reine Fiktion wahrnimmt, die sie tatsächlich sind. Die Moral der Geschichte kommt jedenfalls wunderbar ohne mahnenden Zeigefinger aus.
© S. Strohschneider-Laue
My Rotten Life (Nathan Abercrombie, Accidental Zombie)
Siehe auch deutsche Versionen
Kindle Plötzlich Zombie - So ein Mist!
Buch Plötzlich Zombie - So ein Mist!


