Calabrese. Lebensbilder eines Künstlers
Dienstag, 14. August 2012
Ebensolch Rez-E-zine 71/12
Annamarie Huber
Calabrese
Lebensbilder eines Künstlers
Praxis III 2012, 87 S., durchgehend farbige Abb.
ISBN 978 8 8961 3414 6

Von der Impression zur Expression
Südtirol: Familie, Förderer, Wegbegleiter
Das Sprichwort Früh übt sich, wer ein Meister werden will trifft auf Claudio Calabrese zu. Bereits als Kind und Jugendlicher folgte er seinem Weg auf der Farbenstraße. Wie so oft sind auch seine Eltern eher bestrebt, ihm eine Ausbildung zu sicherem Broterwerb angedeihen zu lassen, als die Künstlerambintionen zu fördern. Seine künstlerische Ader verfolgte er daher aus eigenem Antrieb. Kontaktfreudig sucht er die Nähe zu Künstlern, besucht Kurse renommierter Künstler und beginnt bereits früh eigene Werke auszustellen. Dennoch tauschte er die Akademie der bildenden Künste in Wien, obwohl dort aufgenommen, mit dem Studium der Rechtswissenschaften. Aber was ist schon ein “richtiges” Studium, gegen eine Berufung.
Landschaften und Porträts stehen im Mittelpunkt seines Schaffens. Porträts stechen in diesem Band unter den abgebildeten Werken nicht nur aufgrund ihrer Vielzahl heraus, sondern auch aufgrund ihrer Intensität. Nicht umsonst bezeichnet sich Calabrese selbst als expressiver Realist. Egal mit welcher Kunstrichtung man sein Werk vergleichen mag - Impressionismus, Blauer Reiter, Expressionismus kommen in den Sinn -, Tatsache ist, dass er sich selbst stilistisch treu und somit charakteristisch bleibt.
Schmerzlich vermisst wird in diesem Band das sonst in Katalogen durchaus gängige Werkverzeichnis mit detaillierten Angaben. Zumindest zu den zahlreichen im Band abgebildeten Landschaften und Porträts wäre es ebenso benutzerfreundlich gewesen wie eine Kontaktadresse Sinn gemacht hätte. Andererseits ist es ein Leichtes den Künstler Claudio Calabrese im Netz zu finden oder über Facebook zu verfolgen.
Fazit
Annamarie Huber ist es gelungen, einen abwechslungsreichen Einblick in Leben und Werk von Claudio Calabrese zu gewähren. Der stete Wechsel aus Anekdoten, Interviews und Fakten führte zu einer ideale Mischung aus aktuellem Werkkatalog und Biografie des Künstlers. Daher sei nicht nur Galeristen und Sammlern der Band ans Herz gelegt, sondern auch jenen Kunstaffinen, die gerne mehr über künstlerische Werdegänge - hier am Beispiel von Calabrese - erfahren möchten. Zuletzt sei noch die hochwertige Umsetzung der Publikation erwähnt, die die Werke bestens zur Geltung bringen.
© S. Strohschneider-Laue
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