Seelenbruch!
Sonntag, 05. Dezember 2010
Eva Lirot
Seelenbruch
Ein Thriller aus Frankfurt
Schardt 2010, 204 S.
ISBN 978 3 8984 1504 0
Seelenbruch: Ein Thriller aus Frankfurt
Dieser Krimi ist ein blutiges Lesevergnügen. Starke Nerven sind somit Voraussetzung für prickelnden Schauder.
Und wie es sich für einen packenden Thriller gehört, muss man nicht lange auf die - vermeintlich - erste Leiche warten. Die Behauptung, dass öffentliche Orte und Menschenmengen sichere Plätze seien, relativiert sich durch diesen Mord schnell; denn die junge Frau wird im vollen Frankfurter Kaiserdom ermordet. Pikanterweise hatten Opfer und Täter während der Bischofsweihe Sex in einem Beichtstuhl. Sex, dessen Höhepunkt mit einer durchschnittenen Kehle beendet wurde. Es war nicht die erste Leiche und wird nicht die letzte Leiche dieses Falles sein. Der Mörder ist ein Getriebener und was ihn antreibt, ist in jeder Hinsicht der blanke Wahnsinn.
Eine Leiche im Kaiserdom ist also Eva Lirot nicht genug. Nach und nach zieht sie ihre Leser genussvoll tiefer in die verstörenden Hintergründe der Morde. Die wendungsreiche Suche nach dem Serienmörder halten den Ermittler Jim Devcon und sein Team ständig auf Trab. Spuren, die auch in die Welt der sozialen Netzwerke zu finden sind, führen schließlich zu einer Studentengruppe um Laura Münchenberg.
Die kniffelige Mischung aus Philosophie, Psychologie und Wahnsinn ist es, die den Leser kalte Schauer über den Rücken jagt. Die exzellent beschriebene Arbeit des Ermittlungsteams sowie der Lokalkolorit von Mainhatten verschaffen “Seelenbruch!” genau jene Prise bildhafte Realität, die einen guten Krimi auszeichnet.
Eindeutig auch filmtauglich. Es verwundert, dass Eva Lirot ihren Thriller auch noch nicht zu einem Drehbuch umgearbeitet hat und sich die Studios um die Rechte reißen.
© S. Strohschneider-Laue
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