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Israel hören

Mittwoch, 23. April 2008

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Corinna Hesse
Israel hören. Das heilige Land
Silberfuchs Verlag 2008, Laufzeit 80′, 16 S. farbig illustriertes Booklet
ISBN 978 3 940665 00 3

Israel hören Israel hören - Das heilige Land (Audio-CD)

Am 14. Mai 1948 proklamierte Ben Gurion den Staat Israel. Der 60. Gründungstag Israels im Jahr 2008 ist Anlass für die klingende Reise “Israel hören”. Die Audio-CD erscheint am 13. Mai in der bewährten Länderreihe (s. a.  Rezensionen zu China hörenRussland hören, Ungarn hören; Hörproben Silberfuchs Verlag) der beiden Kulturjournalistinnen Corinna Hesse und Antje Hinz.

In 80 fesselnden Minuten wird der zeitliche Bogen von den biblischen Überlieferung bis in die Gegenwart gespannt. Die dramatische Geschichte, die von Vertreibung und Verfolgung ebenso gekennzeichnet ist wie von kultureller Hochblüte und Rückkehr, wird anhand wesentlicher Ereignisse aufgezeigt. Viele davon sind nicht nur archäologisch nachgewiesen, sondern im meist gelesenen Buch der Welt, der Bibel, schriftlich überliefert. Die verbindende Elemente und Ursprünge der drei großen Weltreligionen werden dabei sensibel abseits der religiös-politischen Reibungsflächen in die historischen Betrachtungen einbezogen. Die Bewahrung alter Traditionen als zentrales Element wird leicht verständlich aufbereitet. Die sich aus der wechselvollen Geschichte ergebende kulturelle Brücke aus Orient und Okzident wird zuletzt noch anhand der Sichtweisen zeitgenössischer Künstler aufgezeigt.

Interessierte Menschen jeden Alters zu erreichen, gelingt der Länderreihe spielend. Das Ziel mit “Israel hören” insbesondere jüngere Menschen anzusprechen, geht jedenfalls vollinhaltlich auf. Die akustische Reise durch die wechselvolle Kulturgeschichte macht nicht nur neugierig auf mehr, sondern lädt immer wieder aufs Neue zum Hineinhören ein. Zum inhaltlichen Hörgenuss mischen sich passende musikalische Sequenzen. Die Stimme Rolf Beckers, der sich wieder als genialer Erzähler erweist, hält die Spannung bis zum letzten Wort aufrecht. Das Booklet, das wieder wesentlich mehr als nur Inhaltsverzeichnis ist und daher seinem Namen auch gerecht wird, ist von Roswitha Rösch themenbezogen gestaltet worden. Eine kleine, feine optische Ergänzung zum akustischen Genuss.

Hörprobe

© S. Strohschneider-Laue

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Stilllebenmalerei

Donnerstag, 17. April 2008

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Jochen Sander (Hg.)
Die Magie der Dinge. Stilllebenmalerei 1500-1800
Texte von Julie Berger Hochstrasser, Gerhard Bott, Ursula Härting, Stephan Kemperdick, Magdalena Kraemer-Noble, Heidrun Ludwig, Fred G. Meijer, Jochen Sander, Sam Segal
Hatje Cantz 2008, 368 S. 246 Farbabb.
ISBN 978 3 7757 2206 3

Stilllebenmalerei Die Magie der Dinge. Stilllebenmalerei 1500 - 1800

Die Mahlzeit ist vorbei. Ein weißes Tuch liegt zerknüllt über der verrutschten Tischdecke. Die silberne Konfektschale ist leer und umgestürzt. Von einer Speise sind zwei Garnelen übrig geblieben. An der prächtigen Pastete jedoch wurde nur ein wenig genascht, der Löffel liegt noch daneben. Die kostbaren Gläser sind halbvoll und die Schale einer gerade geschälten Zitrone kringelt sich dynamisch auf der Tischplatte. Makellos und prall verlocken Kirschen, Trauben und eine Orange zu baldigem Konsum. Das von Jan Davidsz. de Heem 1651 gemalte Prunkstillleben vereint mit größter Eleganz die Lebensmitteln innewohnende Sinnlichkeit mit zur Schau gestelltem Reichtum und demonstrativem Konsum. Obwohl die menschlichen Darsteller fehlen, erzählt das Bild eine Geschichte. Man muss sie nur (er)finden. Die Raffinesse der malerischen Wiedergabe unterschiedlicher Oberflächentexturen und die dramatische Überhöhung des Arrangements durch das Spiel von Licht und Schatten faszinieren ohnedies und laden zum Verweilen ein. Es ist - wie es der trefflich formulierte Titel von Buch und gleichnamiger Ausstellung so schön auf den Punkt bringt - die “Magie der Dinge”, die das Auge fesselt und den Geist verführt.

Mit dem Betrachten von Stillleben geht eine Entschleunigung einher, die im heutigen Alltag gut tut. Nehmen Sie sich Zeit für die Lektüre von “Die Magie der Dinge. Stilllebenmalerei 1500-1800″. Es gibt auf den rund 100 Gemälden aus den Beständen von Städel Museum (Frankfurt am Main), Kunstmuseum Basel und Hessischem Landesmuseum Darmstadt viel zu entdecken. Anspielungen auf die Bedeutungslosigkeit irdischer Dinge und die Vergänglichkeit des Lebens wollen ebenso entschlüsselt werden wie Huldigungen an die Freuden der Sinne und des Fleisches. Selbst dem Stolz und der Prahlerei reicher Auftraggeber, die ihr kostbares Tischgeschirr oder ihr Jagdprivileg im Bild dokumentieren wollten, wird in den Stillleben Stil und Charme verliehen. Krabbeltiere eilen durch die Bilder, Schmetterlinge flattern fröhlich und Schnecken beäugen begehrlich frisches Obst und Gemüse. Alles wird in Stillleben möglich: Mit Früchten beladene Zweige trotzen der Schwerkraft, Frühlings- und Herbstblumen formen Seite an Seite unglaubliche Sträuße und sogar die schlaffen Körper toter Hasen und Fische wirken noch irgendwie attraktiv. Bei gleichbleibender Virtuosität reicht das Spektrum der Darstellungsweisen von beinahe minimalistisch bis zu atemberaubend opulent, von edel monochrom bis zu fröhlich bunt und von deskriptiver Feinmalerei bis zu illusionistisch-lockerer Pinselführung.

Natürlich bleibt es bei der “Magie der Dinge” nicht beim Augenschmaus allein. Die Autoren des Buches führen in zehn Kapiteln im Zeitraffer durch die ersten 300 Jahre der Geschichte des Stilllebens. Von seinen bescheidenen Anfängen als Arrangement in Tafelbildern mit religiösem Inhalt über die Emanzipation als eigene Gattung der Malerei um 1600 bis zu den neuen Wegen, welche die Stilllebenmaler des 18. Jahrhunderts einschlugen, spannt sich der thematische Bogen.

Vanitas- und Bankettstillleben, Prunkstillleben, Fischstillleben, Jagdstillleben, Kartuschen- und Nischenbilder, Waldbodenstücke - die Wiedergabe der unbeweglichen Sachen fand viele Ausprägungen. Den beiden wunderbaren Künstlern Jan Davidsz. de Heem und Willem van Aelst sowie ihrem jeweiligen Kreis sind eigene Kapitel gewidmet. Zu zahlreich sind die in dem berückend schönem Buch vertretenen MalerInnen, um sie alle zu nennen. Stellvertretend seien deshalb nur Georg Flegel, Sebastian Stoskopff, Peter Binoit, Jacob Marrel, Abraham Mignon und Jean Siméon Chardin erwähnt. Ausführliche Katalogtexte erläutern jedes der großformatig wiedergegebenen Gemälde. Aus vielen der Stillleben werden zusätzlich besonders attraktive Detailausschnitte herausgegriffen und in größerem Maßstab seiten- bzw. doppelseitenfüllend zur näheren Betrachtung präsentiert.

Wer nach dem Genuss des - grafisch sehr ansprechend gestalteten - Buches die Gemälde nun auch im Original sehen möchte, hat dazu vom 20. März bis 17. August ‘08 im Städel Museum, und von 5. September ‘08 bis 4. Januar ‘09 im Kunstmuseum Basel, die Gelegenheit.

© Ch. Ranseder

Die Magie der Dinge. Stilllebenmalerei 1500 - 1800

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Kunsthistorisches Museum Wien

Sonntag, 13. April 2008

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Das Kunsthistorische Museum in Wien
Prestel 2007, 239 S., zahlr. Farbabb.
ISBN 978 3 7913 3603 9

Kunsthistorisches Museum Wien Das Kunsthistorische Museum Wien

Wien-Touristen werden kaum auf den Besuch des Kunsthistorischen Museum verzichten; denn der imposante Museumsbau beherbergt die kaiserliche Sammlung. Das 1891 eröffnete Museum präsentiert dem Publikum die Ägyptisch-Orientalische Sammlung, Antikensammlung, Gemäldegalerie und das Münzkabinett. Die Kunstkammer ist seit 2002 leider nicht öffentlich zugänglich, wird aber mit wichtigen Stücken in dieser Publikation berücksichtigt.
Die Vielfalt der Sammlungen sowie die große Fülle an Ausstellungstücken bedarf einer guten Vorbereitung. Und genau dafür ist dieser Museumsführer hervorragend geeignet. Der Band beginnt mit der Baugeschichte des Hauses, die im Zusammenhang mit dem gegenüberliegenden Zwillingsbau des Naturhistorischen Museums zu betrachten ist. So interessant die Exponate sind, der Bau selbst verdient auch einige Aufmerksamkeit; denn er weist etliche Besonderheiten auf. Ein genauer Blick auf Haus und Räumlichkeiten lohnt sich und wird gleich im ersten Kapitel spannend vorgestellt. Das Architekturkonzept reicht von allegorischen Darstellungen auf der Fassade über Fresken von Makart und Klimt bis zum Einbau von antiken ägyptischen Orignalsäulen (in tragender Funktion!) im Bereich der heutigen Ägyptisch-Orientalischen Sammlung.
Nicht immer glücklich formuliert so doch fachlich korrekt, wird jede Sammlung des Hauses mit seinem Aufbau, Bestand und wichtigen Stücken von namhaften WissenschafterInnen des Kunsthistorischen Museums vorgestellt. Ein genial-präziser Überblick in bestechender Optik, der trotz seiner stattlichen Informationsülle ein handliches und strapazfähiges Format bewahrt hat. Ein unverzichtbares Buch für Kulturreisende die Wien ansteuern und Einheimische die bisher dachten, dass sie alles über das Kunsthistorische Museum wüssten.
© S. Strohschneider-Laue

Arcimboldo. 1526-1593
Die Entdeckung der Natur: Naturalien in den Kunstkammern des 16. und 17. Jahrhunderts
Jahrbuch des Kunsthistorischen Museums Wien: Bd 8/9

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China Schätze

Freitag, 11. April 2008

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Schätze aus dem Nationalen Palastmuseum, Taiwan

1000 Jahre haben die chinesischen Kaiser gesammelt und etliches davon war schon damals bedeutend älter. Sie schöpften dabei aus der kulturellen Fülle und den wertvollsten Ressourcen ihres riesigen Reichs. Bereits zur Gründungszeit der Sammlung (Song-Dynastie 960-1279) wurde sie - ganz im bürokratischen Sinne dieser Zeit - katalogisiert. Unter allen Herrschern wuchs der KaisersiegelKaisersiegelBestand an. Während der Qing-Dynastie (1644-1911) erreichte er seinen Höhepunkt. Kaiser Qianlong (1736-1795) zeichnete sich unter der langen Reihe als eifrigster Sammler aus. Gemeinsam ist allen diesen kaiserlichen Sammlern, dass sie bis heute über die Stücke - oft auch sehr persönlich - fassbar werden. Nicht nur ihre politische und philosophische Weltsicht, sondern auch ihre Vorlieben und kreativen Fähigkeiten sind erkennbar. Die Bewahrung des kulturellen Erbes gehörte zur Erfüllung des “himmlischen Mandats” des chinesischen Herrschers, von dem auch erwartet wurde nicht nur Kunstkenner, sondern auch selbst Künstler zu sein.

Die Sammlung überdauerte Dynastien, Fremdherrschaften, Kriege und die Odyssee zwischen 1933 und 1965, die sie an ihren jetzigen Standort in Taipeh (Taiwan) führte. Das Nationale Palastmuseum beherbergt heute eine Sammlung mit über 650.000 Objekten. Das KHM zeigt von 26. Februar bis 13. Mai 2008 aus dem reichen Bestand 120 ausgewählte Stücke.

Die erzählerische Kraft der Stücke ist groß. So sieht man von Kaiser Xuande nicht nur ein Prunkporträt, sondern auch eine von ihm gefertigte meisterliche Pinselzeichnung von Affenmutter mit Kind.
Das kupferrote Kännchen mit eingeschnittenem Lotosblütendekor, das unter Xuande in die Sammlung kam, ist einmal im Original und einmal auf einem Bild von Guiseppe Castiglione (1688-1766) zu sehen. Der Jesuit war Hofmaler unter drei Qing-Kaisern und beeinflusste die chinesische Malerei durch seinen westlichen Stil maßgeblich.

Dass auch Kaiser irren können, zeigt sich in der Fehlbeurteilung einer flachen Schale. Die wertvolle Schale deren Füßchen - vermutlich nach einer Beschädigung - kunstvoll entfernt worden waren, wurde fälschlich als Hundenapf bezeichnet. Eine nette Geschichte, die zeigt wie lebendig Sammlungsgeschichte sein kann.

Kalligraphien sind ebenso vertreten wie bildliche Darstellungen, die mit Texten kombiniert sind. Schade, dass die Mehrheit die Schriftzeichen nicht lesen können und so die Inhalte verborgen bleiben und nur die ansprechende Form gefällt. Die 1736 entstandene Bildrolle zum Begräbnisfest ist hingegen eine Entdeckungsreise für alle. Sie ist elf Meter lang und von einer erzählerischen Kraft, die man bei TV-Produktionen vergeblich sucht. Die Besucher nähern sich beidseitig des Flusses und über die Brücke den Stadtmauern. Jeder Mensch, jedes Tier, Gebäude, Fahrzeug oder Schiff erzählt eine Geschichte. Eine Flut von Darstellungen halten Abschnitt für Abschnitt die Augen gefangen. Kaum meint man alles entdeckt zu haben, wird ein weiteres winziges Detail sichtbar, vom vollgepackten Händler bis zum Haus mit westlichen Elementen. Allein mit dieser Rolle könnte man sich Ewigkeit beschäftigen. Hier nimmt man gerne in Kauf, dass das gedimmte Licht dem Schutz der Rolle dient.

Man sollte sich Zeit nehmen für diese Ausstellung und nicht nur um den üblichen exorbitanten Eintrittspreis ins KHM auszunutzen. Die Objekte verdienen und erfordern eine genaue Betrachtung. Über eine gute körperliche Beweglichkeit sollte man aber auf jeden Fall verfügen oder von Natur aus kleingewachsen sein. Teeschalen, die besonders exquisit verziert sind, stehen nämlich nicht auf einem Spiegel oder auf einem Sockel, der in etwa der Augenhöhe des ohnehin kleinen Durchschnittsösterreichers entspricht. Leider befinden sich die meisten Schalen in Hüft- und Bauchhöhe, was wenig Sinn macht, wenn nicht die Innenseite, sondern die Außenseite das attraktivere von beiden ist. Die beste Sicht hat man daher, wenn man sich mit regelmäßigen Kniebeugen durch die Ausstellung bewegt. Den Vorteil groß zu sein schöpft man hingegen aus, wenn man Stücke, die rundum geschnitzt oder bemalt sind, genauer betrachten möchte. Auf einem langestreckten Sockel stehen die Objekte in einer Doppelreihe. Jedes davon mit einem gläsernen Sturz bedeckt und daher am besten in der Frontalen zu sehen. Nun schlägt die Stunde der großen BesucherInnen. Sie erheben sich von ihren Knien auf die großen Zehen. Balancierend renken sie sich den Hals schlangengleich aus, um auch das letzte erzählerische Detail auf der Rückseite aufnehmen zu können. Aber Sport ist ja gesund und für diese Stücke lohnt es sich davor auf die Knie zu fallen oder sich zu recken.

Zu viel Information darf man natürlich in den beiden Räumen nicht erwarten, schließlich möchte das Haus auch einen Katalog verkaufen. Nach einer chronologischen Übersicht kann man sich mit den ersten Raumtexten zu den wichtigsten Materialien wie z. B. Jade, Porzellan oder Bronze informieren. Die Objekttexte sind erfreulicher Weise nicht nur auf Objektansprache, Datierung sowie die Inventarnummer reduziert. Sie bieten bei ausgewählten Stücken auch spannende Zusatzinformationen. Die Texte selbst sind wie üblich im akademisch getragenen Stil des 19. Jh. abgefasst und passen gut zur Erbauung des Hauses. Das interessierte Publikum, das nicht in höhere akademische Sphären entschwebt ist, sondern einen Brotberuf ergriffen hat, sei daher ein Fremdwörterlexikon empfohlen. Dass die Lauflänge der Texte zu groß, der Durchschuss zu schmal und die Schriftgröße zu klein ist, hat schon missgestalterische Tradition. Wer ein Lesebrille braucht, muss sie sowie so parat haben, um die Details der Objekte wirklich erforschen zu können.

Hingehen und in aller Ruhe anschauen. Die Ausstellung ist ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht immer Unmengen sein müssen. Es ist erfreulich, dass das vielfach überstrapazierte Wort “Gold” hier für den Ausstellungstitel nicht verwendet werden konnte. “Jade” ist aufgrund des fehlenden kulturellen Kontextes im Westen nicht so zugkräftig und deshalb hat man voll und ganz gerechtfertigt auf “Schatz” zurückgegriffen. Schönheit, Qualität, Einzigartigkeit und historischer Zusammenhang machen den Hauptanteil des Schatzes aus, dass die Objekte ebenso unersetzlich wie unbezahlbar sind, steht sowieso außer Frage.

© S. Strohschneider-Laue

Schätze der Liao
Im Zeichen des Drachen. Von der Schönheit chinesischer Lacke
Xi’an - Kaiserliche Macht im Jenseits
Schätze der Himmelssöhne
Chinesische Jade

Sichuan Restaurant Wien

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Preußens Glanz

Freitag, 11. April 2008

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Hans-Joachim Giersberg, Leo Seidel
Preußens Glanz. Königsschlösser in Berlin und Brandenburg
Prestel
2007, Dt./Engl., 192 S., zahlr. Farbabb.
ISBN 978 3 7913 3751 7

Preußens Preußens Glanz und Gloria. Königsschlösser in Berlin und Brandenburg

Die Regenten Preußens waren fleißige Bauherren. Einige der schönsten Schlösser Deutschlands sind Mitgliedern der Familie Hohenzollern zu verdanken, darunter Schloss Sanssouci, Schloss Charlottenhof, Schloss Rheinsberg und die bemerkenswerten Gebäude auf der Pfaueninsel in Berlin. Opulent bebildert, präsentiert „Preußens Glanz” im Tourismus bereits etablierte bauliche Kulturschätze und international weniger bekannte Perlen königlicher Architektur in Brandenburg und Berlin.

Die Gliederung des Buches folgt der chronologischen Abfolge der Herrscher, deren Porträts den detaillierten Beschreibungen der Bauwerke ihrer Ära vorangestellt sind. Leo Seidel hat den heutigen Zustand der Gebäude – deren Spektrum von Schlössern über Belvedere bis zu in die Gartenanlagen integrierte Tempel, Teehäuser und Pavillons reicht – in herrlichen Farbfotografien festgehalten. Ergänzt von historischen Ansichten wecken die brillanten Aufnahmen den Wunsch sich auf eine Reise zu begeben, um das Dargestellte selbst zu erleben. Die akribisch recherchierten Texte von Hans-Joachim Giersberg vermitteln wertvolles Hintergrundwissen zu Besitzer-, Bau- und Nutzungsgeschichte. Eindrucksvoll dokumentieren sie das wechselhafte Schicksal der prächtigen Schlossanlagen und die großen Verdienste der in den letzten beiden Jahrzehnten erfolgten Restaurierungs- und Revitalisierungsarbeiten.

Als zweisprachig (Deutsch/Englisch) angelegtes Buch wendet sich “Preußens Glanz” an eine internationale Leserschaft. Umso mehr verwundert es, dass sowohl auf eine Einleitung, die mit gekrönten Häuptern und politisch-kulturellem sowie wirtschaftlichem Umfeld bekannt macht, als auch auf einen Serviceteil verzichtet wird. Gerade für Ortsfremde wären zumindest eine Überblickskarte zur besseren Orientierung und ein Standortverzeichnis mit Internetadressen für eine etwaige Reisevorbereitung hilfreich.

In seiner vorliegenden Form weckt “Preußens Glanz” in der ersten Phase der Lektüre Neugier, lässt jedoch praxisorientierte Reiselustige kurzfristig allein. In der zweiten Phase der Lektüre entfaltet das Buch seine Stärken und wird als großartiges Nachschlagewerk und Erinnerungshilfe an Gesehenes noch nach Jahren erfreuen.

© Ch. Ranseder 15. August 2007

Preußens Glanz und Gloria. Königsschlösser in Berlin und Brandenburg

 

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