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Banditen: Waschbären

Samstag, 10. Dezember 2011

ab acht

Waschbären
Kleine Banditen mit Maske
Neumann-Neudamm 2011, 96 S., durchgehend Farbfotos.
ISBN 978 3 7888 1381 9

Der Waschbär Waschbären: Kleine Banditen mit Maske

Waschbären (indian. Aracun, engl. Raccoon) sind in Nordamerika beheimatete Kleinbären. Die ersten “europäischen” Waschbären waren allerdings keine Zuwanderer, sondern Flüchtlinge aus Pelztierfarmen der 20er-Jahre. Dazu gesellten sich - u. a. ab 1934 am hessischen Edersee - offiziell ausgesetzte Waschbären. Egal wie man nicht einheimische Tiere, sog. Neozoen, beurteilt, Waschbären gehören zu den Niedlichen. Ihre auffällige Fellzeichnung, ihre Art und Weise mit den Händchen zu scharren, tasten, drehen und wenden, macht sie liebenswert. In den nahezu 100 Jahren haben sie sich an die hiesigen Naturräume gut angepasst - leider auch an die Zivilisation mit ihren Mülltonnen. Viele Städte haben deshalb schon ihre eigenen Waschbärpopulationen und das nicht etwa innerhalb von Zoos.

Niedlich hin oder her, Waschbären sind Wildtiere zum Beobachten und keine Haustiere zum Halten. Eine Tatsache, die auch durch die vielen erstklassigen, großformatigen Fotos und einen eigenen Abschnitt in diesem Band deutlich gezeigt wird. Die durchgehende Fotostrecke wird von Steckbriefen der kleinen Banditen begleitet. Herkunft, Verbreitung und Biologisches werden dabei ebenso berücksichtigt wie die Jagd auf die Pelzträger. Launig werden auch ihre Eigenschaften als ebenso ungebetene wie ungebührliche Untermieter in Haus und Hof vorgestellt. Denn wer glaubt, dass ein Waschbär ein reinlicher, ruhiger Gast ist, der irrt sich.

Dieses Buch lebt von den unglaublich vielen Fotos und den darauf eingefangenen - oft absurden - Situationen. Darunter viele Schnappschüsse in erstklassiger Qualität, deren Entstehung - vor allem das Fotomodell - man gerne selbst erlebt hätte. Tierliebe Kinder und naturverbundene Erwachsene werden bereits beim Durchblättern ihre Freude haben. Ein Buch zum gemeinsamen Anschauen, zum Lesen und Informieren sowie zum gefahrlosen Genießen des waschbärigen Knuddelfaktors. Wer dieses Buch hat, braucht keinen Waschbären mehr.

© S. Strohschneider-Laue

Der Waschbär Waschbären: Kleine Banditen mit Maske


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Henri Cartier-Bresson

Mittwoch, 16. November 2011

Henri Cartier-Bresson
Der Kompass im Auge: Amerika - Indien - Sowjetunion
Kunst Haus Wien
17. November ‘11 bis 26. Februar ‘12

Sein 20. Jahrhundert 1908-2004
Der Klang der Seele. Portraits
Meisterwerke: Photographien
Du814 - das Kulturmagazin. Doppelter Blick: Sieben Magnum-Fotografen unterwegs mit sieben Autoren. Truman Capote & Henri Cartier-Bresson, John Steinbeck & Robert Capa, Arthur Miller & Inge Morath u. a

Hier könnte das erste Foto von zwei Fotos gezeigt werden, wenn es denn über die Laufzeit der Ausstellung hinaus für Internetmedien gestattet wäre.

Das Kunst Haus Wien zeigt eine exzeptionelle Ausstellung zu drei Reisezielen von Henri Cartier-Bresson: USA - Indien - UdSSR. Reiseziele, denen er mehr als einen fotografischen Trip gegönnt hat. Cartier-Bresson unternahm weitere Reisen in zeitlichen Abständen, um die Lebenswirklichkeiten erneut abzulichten. Er aktualisierte seinen Blick ebenso wie den der ganzen Welt auf Länder und Menschen.

Erzählerische Kraft und Einfangen des besonderen Moments sind hervorstechende Charakteristika der Fotografien von Cartier-Bresson. Fantastische Fotos, die in einer Zeit entstanden, als Fotografieren und Fotoverwendung noch nicht von einer Gesetzesflut beschnitten wurden. Fotos bei deren Entstehung inhaltliche und künstlerische Qualitäten über Equipment und Gewerbeschein gestellt wurden.

Hier könnte das zweite Foto von zwei Fotos gezeigt werden, wenn es denn über die Laufzeit der Ausstellung hinaus für Internetmedien gestattet wäre.

Fazit: Gehen Sie in die Ausstellung und machen Sie sich selbst ein Bild. Abgesehen von der gelungenen Ausstellung “Henri Cartier-Bresson. Der Kompass im Auge: Amerika-Indien-Sowjetunion” ist das Kunst Haus Wien sowieso immer einen Besuch wert!

© S. Strohschneider-Laue

Henri Cartier-Bresson
Sein 20. Jahrhundert 1908-2004
Der Klang der Seele. Portraits
Meisterwerke: Photographien
Du814 - das Kulturmagazin. Doppelter Blick: Sieben Magnum-Fotografen unterwegs mit sieben Autoren. Truman Capote & Henri Cartier-Bresson, John Steinbeck & Robert Capa, Arthur Miller & Inge Morath u. a

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Guts and Glory

Donnerstag, 03. November 2011

Non-Fiction

Neil Leifer
Guts and Glory
The Golden Age of American Football 1958-1978
Taschen 2011, Dt, Engl., Fr., 296 S, zahlr. Fotografien.
ISBN 978 3 8365 2786 6

Leifer: Guts and Glory Guts & Glory

“Amerikanischer Fußball” hat seine Wurzeln im Rugby und Fußball und seine Tradition reicht bis ins 19. Jh. zurück. Seit 1912 existiert die National Football League (NFL), über die immer wieder - vor allem ab den späten 80er-Jahren und  als 1991 die World League of American Football veranstaltet wurde - in deutschsprachigen Sportkanälen berichtet wird. Raumgewinn lautet das Motto des American Football. Raumgewinn nach sehr vielen ausgefeilten Regeln, denn die Verletzungsgefahr ist trotz der schützenden Ausrüstung hoch.

Wie bei den meisten Sportarten ist es ein enormer Unterschied ein Spiel im Stadion oder bei einer Übertragung zu verfolgen. Taktik, Schnelligkeit und Körpereinsatz machen American Football im Stadion zu einem unvergesslichen Erlebnis. Dieses Erlebnis auf Fotos zu bannen, ist 1958-1978  - in den aufgehenden Sternstunden des American Football - keinem besser gelungen als Neil Leifer.

Der bei Taschen erschienene hochqualitative Fotoband zeigt American Football von seinen spektakulärsten Seiten. Dreisprachig stellen der Fotograf Neil Leifer und der Journalist Jim Murray den Sport und seine Bedeutung für diese Zeit vor. Den Hauptpart nehmen dennoch die Fotografien ein, die großartige Spielszenen, aber auch Spieler, Trainer, Security, Cheer Leader und Publikum in ganz persönlichen Momenten einfangen. In Regen und Sonnenschein, Eis und Schnee, Matsch und Staub wird um jedes Yard hart gekämpft.

Der Band wird ein umso größerer Bedeutungsträger je mehr sich die Betrachter für den Sport begeistern. Hardcorefans werden ihn für unverzichtbar erachten, sind doch bedeutende Mannschaften, Spieler und ihre wichtigsten Spiele dokumentiert. Fotografen werden sich für die eingefangenen Situationen, Perspektiven und Ausschnitte wie auch für Qualität der Bilder über den Rahmen von Dokumentation und Berichterstattung hinaus begeistern. Antisportler wie ich, die sich am American-Football-Fieber bei den Vienna Vikings angesteckt haben, werden Band nicht ins Regal schieben können, ohne ernsthaft über die Anschaffung einer neuen Kamera vor dem nächsten Spiel nachzudenken.

© S. Strohschneider-Laue

Leifer: Guts and Glory Guts & Glory

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Porträt: Los Angeles

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Non-Fiction

Jim Heimann (Hg.)
Kevin Starr, David L. Ulin

Los Angeles - Porträt einer Stadt
Taschen 2009, En./Fr./Dt., 572 S., über 500 Sw- und Farbfotos
ISBN 978 3 8365 0291 7

 Los Angeles

Städte sind wie ihre Bewohner ständigen Veränderungen unterworfen. Sie wachsen, werden erwachsen und ihre Entwicklung wird dokumentiert. Das großformatige Stadtalbum von Los Angeles ist eine Hommage an historische Momente, die nicht nur die Stadt der Engel, sondern die ganze Welt bewegten. Mehr als 500 Fotos aus privaten Sammlungen, Galerien, Museen und Instituten spüren der Stadt und ihren BewohnerInnen ab den 1860ern nach.

Von den bescheidenen Anfängen über den Bevölkerungsboom, zur Unterhaltungsmetropole und tief in die Wirtschaftskrise sowie durch die goldenen Jahre bis in die Gegenwart spannt sich der fotografische Bogen. Exzellente Texte umreißen dazu die historischen Rahmenbedingungen und richten das Augenmerk auf jene Details, die die Bilderflut zu fassbaren Dokumenten werden lassen.

Die Megastadt mit ihrer magnetischen Anziehungskraft auf Künstler, Reiche und Schöne hat einen Hang zum potemkinschen Dorf. Protzige Kulissen und verwahrloste Ecken treffen auf polierten Reichtum und bittere Armut. Die Auswahl der Fotos präsentiert vordergründig das schöne, moderne, aufstrebende, schillernde und wachsende Los Angeles. Die Würze erhält diese zunächst glatt anmutende Auswahl jedoch durch Schlaglichter auf die gärenden, unruhigen, nicht immer erwünschten oder geförderten Aspekte der Stadt. Verhaftete Transvestiten, verzweifelte aber fröhliche Marathontänzer, den Sieg über Japan Feiernde individualiseren die multikulturelle Menschenmasse und lassen ihre Sorgen, Nöte und Interessen hinter den Hausfassaden und auf den Straßen erahnen. Die realistische, ungeschminkte Seite, die die Geschichte von Mafiaopfern, Volksgruppenaufständen, Elendsdemonstrationen und politische Ereignisse anreißt, zeigt den Moloch hinter dem Glamour. Neben bekannten Fotos, die untrennbar mit Los Angeles und Ereignissen verbunden sind, finden sich in dem Band viele kaum oder unbekannte Aufnahmen. Sie zeichnen ein abwechslungsreiches Bild von einer Stadt in der täglichen geschossen wird - mit Waffen und Kameras. 

Unersättliche, die mehr über Los Angeles wissen wollen, können sich durch ein breites Spektrum an Film-, Musik- und Literaturempfehlungen arbeiten. Biografien der renommiertesten Fotografen und eine Bibliografie schließen das aufwändige Coffee Table Book.

Los Angeles ist nebenan!

© S. Strohschneider-Laue

Los Angeles
Berlin - Rezension

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